Vor drei Wochen berichteten wir über die an Dilettantismus kaum zu überbietende Freigabe des Quellcodes von Winamp auf GitHub. Plump wurde versucht, die Community zur Mitarbeit zu bewegen, machte dies jedoch von einer Winamp Collaborative License 1.0 (WCL) abhängig, die in mehreren Punkten im Widerspruch zu den Regeln freier Software und den Nutzungsbedingungen von Github stand.
Plumpe Taktik
Mit der Zustimmung zu dieser Lizenz wurden »alle geistigen Eigentumsrechte, einschließlich des Urheberrechts« an die Llama Group, den derzeitigen Besitzer von Winamp abgetreten, während Forks des Codes untersagt wurden. Letzteres verletzt die Nutzungsbedingungen von GitHub. In Version 1.0.1 wurden Forks erlaubt, deren Verbreitung allerdings untersagt blieb. Das interessierte die Community wenig, die fleißig tausende Forks wie diesen online stellte.
Verstöße gegen Copyright
Gleichzeitig verletzte die LLAma Group mit der Freigabe des Quellcodes Rechte unter anderem von Dolby und des Shoutcast Distributed Network Audio Server (DNAS). Der DNAS wurde von Nullsoft geschrieben, den ursprünglichen Entwicklern von Winamp. Codecs von Microsoft und Intel fanden sich ebenfalls im veröffentlichten Quellcode.
Goodbye Winamp
Vor zwei Tagen wurde der Quellcode komplett mitsamt aller Kommentare wieder von GitHub entfernt, derzeit erscheint lediglich ein 404. LLama Group hat sich dazu bisher nicht geäußert. Somit ist unklar, ob dies das Ende einer Open-Source-Version von Winamp ist oder ob LLama Group den Code bereinigen will, bevor man einen zweiten Anlauf nimmt.

Mein Rechner hat Allergie gegen alles was mit “win” anfängt.
Wenn der Player “linamp” heißen würde oder “libreamp” dann hätte ich es mir ja mal angeschaut. Aber alles was mit win anfängt geht auf meinem Rechner schon lange nicht mehr. 😉
Gut gemacht hätte eine Open-Source-Legung vor 2 Jahrzehnten den Abstieg von Winamp in die Bedeutungslosigkeit vielleicht verhindern können.
Ja, ich hab damals auch Winamp benutzt.
Aber mal ehrlich, es war halt das Programm, das ich kannte und nicht der schreckliche Windows Media Player.
Wozu ich jetzt noch Winamp brauchen sollte, ist mir nicht klar. Audacious z.B. tut es auch und sieht sehr ähnlich aus, inklusive des Minimodus.
Und wenn dann man es dann auch noch so verbockt wie bei Winamp, braucht man das echt nicht mehr. Meiner Meinung nach.
Das war von Anfang an merkwürdig kommuniziert und auf Aufmerksamkeit angelegt.
Offensichtlich wurde die Zeit zwischen Ankündigung und “Freigabe” nicht genutzt, um den Code durchzugehen und die Lizenzierung zu klären.
Sehr dilettantisch, und außer historischem Interesse ist Winamp auch nicht wirklich interessant