Die Entwickler der Desktop-Umgebung Xfce verkünden die Veröffentlichung von Xfce 4.18. Fast zwei Jahre dauerten die Arbeiten an der neuen Version dieses behutsam entwickelten Desktops mit der Maus. Der Vorgänger Xfce 4.16 erschien am 23. Dezember 2020.
Dateimanager Thunar mit Zwei-Fenster-Ansicht
Mit der neuen Ausgabe von Xfce wurde der Dateimanager Thunar massiv aufgewertet. Für mich die wichtigste Änderung an Thunar ist die Einführung der Zwei-Fenster-Ansicht, die über das Ansicht-Menü oder die Taste F3 aktiviert wird. Der Trennbalken kann verschoben und seine Position gespeichert werden. Über eine xfconf-Einstellung ist es auch möglich, eine vertikale Teilung zu erreichen.
Rekursive Suche
Ein neues Such-Symbol in der Adressleiste dient der rekursiven Suche. Die Suche wird in einem separaten Thread durchgeführt und die Suchergebnisse werden in eine Listenansicht eingefügt. Eine neue Zeile »Location« zeigt an, wo sich die Suchergebnisse befinden. Das Kontextmenü bietet die Option »Open Item Location«, um schnell dorthin zu gelangen. Der Einstellungsdialog ermöglicht es, die rekursive Suche auf lokale Ordner zu beschränken oder sie zu deaktivieren.
Neu ist auch ein zusätzlicher Schalter »Zuletzt gesehen« links in der Navigationsleiste. Die Metadaten am unteren Rand sind übersichtlicher aufbereitet und erhalten ein Kontextmenü zur Auswahl der gewünschten Anzeige. Auch das Hauptmenü wurde aufgeräumt.
Doppelte Bildvorschau
Im Rahmen des Google Summer of Code 2022 (GSoC) wurde für Thunar die bereits im Oktober vorgestellte Bildvorschau in der linken Seitenleiste oder größer in einer eigenen Leiste rechts realisiert und das Tool zur Massenumbenennung aufgebohrt. Viele weitere Verbesserungen flossen in die Einstellungen des Dateimanagers.
Benutzerdefinierte Aktionen
Es ist jetzt möglich, benutzerdefinierte Aktionen in kaskadierenden Untermenüs anzuordnen. Dazu gibt man einfach denselben Untermenünamen für eine benutzerdefinierte Aktion ein, um sie in demselben Menü zu platzieren. Werden mehrere Menüebenen benötigt, wird dies durch die Verwendung von ‘/’ im Pfad des Eintrags »Untermenü« erreicht.
Erste Schritte Richtung Wayland
Wie bereits berichtet, unternimmt Xfce erste Schritte in Richtung Wayland, indem unter anderem die Apps Thunar, Xfce4-Terminal, Xfce4-Taskmanager, Mousepad, Ristretto, Catfish, Gigolo und Xfce4-Dict die Wayland-Protokolle unterstützen. Die weiteren Pläne für Wayland bei Xfce haben die Entwickler in einer eigenen Roadmap zusammengestellt. Hier scheint noch vieles offen zu sein und es ist unklar, ob Xfce Wayland jemals vollständig unterstützen wird.
Weitere Einzelheiten vermittelt die Tour durch die neue Veröffentlichung, noch detaillierter wirds im Changelog. Die Veröffentlichung kann entweder als Satz aus einzelnen Paketen oder als umfassendes Tar-Archiv heruntergeladen werden. Ansonsten heißt es warten auf das Erscheinen von Xfce 4.18 in den Distributionen.

Also ich sehe das “Wettrüsten” der DEs aktuell durchaus etwas kritisch. Speziell in punkto Wayland.
Wayland ist nun mal die Zukunft und jede Frage “ob es jemals vollständig unterstützt wird” ist ein ziemliches Totschlagargument.
Das ist als wenn ich ein Auto ohne Blinker ausliefere, ganz oder gar nicht. Und jede DE die diesen Sprung nicht schaft, wird in der Versenkung verschwinden. Was gerade bei XFCE schade wäre.
Wer bestimmt dass Wayland die Zukunft ist? Das ist der Jargon der gerne benutzt wird, aber ob es die Zukunft ist, das wird sich zeigen.
Wer die Entwicklung der Soundserver in den letzten 3 Dekaden verfolgt hat, weiss wovon hier die Rede ist. Es wurden viele Soundserver entwickelt während der Zeit, die alle das Zeug für die Zukunft hatten.
Fakt ist, Wayland ist unausgereift und für den produktiven Einsatz, nicht immer gut geeignet. Wenn mann denn Desktop Enviromenemt Markt betrachtet, ja da gebe ich Dir recht, es sieht so aus. Aber die Zukunft im Free Software bereich ist immer wie in der Glaskugel lesen.
Bei XFCE ist es eine Frage der Ressourcen, im Vergleich zu den anderen dominiereden DE’s wie GNOME oder KDE führt XFCE ein Schattendasein, und es kann sein dass es bei XFCE länger dauert bis das gelingt.
Man kan X und Wayland hervorragend auf einem System laufen lassen, und das eine schließt das andere nicht aus. Und die Überführungsmechanismen von X in Richtung Wayland vorhanden. Aber stand heute ist es noch ein weiter Weg zu gehen bis Wayland die Zukunft ist. Heute sieht es immer noch nicht so aus, ich würde es dem Projekt wünschen aber für meinen Einsatzzweck ist es immer noch nicht so weit so dass ich Wayland produktiv einsetzte könnte.
Ich habe nie behauptet, dass es produktiv einsetzbar ist ^^
Im Gegenteil, auch für mich ist es das noch lange nicht.
Aber derartige Systeme müssen auch von den GPU-Herstellern mitgetragen werden, was bei Wayland langsam der Fall ist. Ebenso gibt es keine Alternative zu Wayland (soweit ich weiß) belehre mich hier gerne. Wohingegen bei Soundservern durchaus Konkurrenten existieren/existierten.
Dass X EOL ist haben deren Devs bereits selber gesagt. Es wird nunmal zu Grabe getragen ohne dass eine gute Alternative Marktreif ist, daher ist es so wichtig dass sich viele Entwickler an Wayland beteiligen. Auch die Jungs von XFCE. Und sie müssen das Rad ja nicht neu erfinden, basierend auf GTK könnten sie sich an GNOME beteiligen und dortige Erkentnisse in XFCE einfließen lassen. Aber ja, klar benötigt es Ressourcen die nur wenige haben.
Wayland wäre schon wieder verschwunden, wenn nicht Google, Microsoft und Konsorten das uebernommen haetten.
Sollte einem zu denken geben, oder?
Das würde mich mal interessieren wo das zu sehen ist. Gerne her mit den Quellen! 😀
finde gerade nur das aber es gibt da noch mehr die das beleuchtet haben: https://www.golem.de/news/wayland-die-unerwartet-un-vollendete-desktop-revolution-2202-162921-2.html
‘Wayland fit für die Zukunft dank Google, Microsoft und Valve’
eine Alternative zu Wayland ist zb.
der Mir Display Server
Sind nicht oft bei den größeren Projekten große und kleine Firmen beteiligt?
jaein, nicht die richtige Plattform hier fuer so eine Disskusion.
Es ist doch völlig o.K. wenn Xfce4 zuerst einmal seine Anwendungen für wayland fitt macht, bevor es dann auch die Desktop-Session anpackt.
Andersherum wäre das eher wie bei einem Auto ohne Blinker und Räder.
Eben nicht, denn X11 hat sich sehr gut entwickelt.
Wayland ist ein Produkt der BigTech, die wie mit systemd immernoch gegen die Linuxgemeinde agieren nur eben jetzt defizieler.
Sie wollen Abhaengigkeiten schaffen etc. und später in richtung windoof 2.0 agieren.
Also nicht windoof an sich aber die Abhaengigkeiten. Das hat mit Zukunft nichts zu tun.
Bei Wayland und X11 gibt es auch noch andere Ansaetze die die Gemeinde verfolgt.
Es wird auch nichts verschwinden. Wie oft wurde das von Debian, Slack, LFS, Gentoo etc. behauptet und die erfreuen sich immernoch großer Beliebtheit.
Erfreulich ist auch, das sich ‘Highly customizable’ Distributionen auch steigender Beliebtheit erfreuen.
…………..Genau das ist der freie Linux Spirit………….
Ich bin da voll auf deiner Seite, sehe aber noch immer keine Quelle die sagt “X11 is still alive!”.
Zu meiner Schande habe ich zu meiner Aussage aucn nicht extrem viel gefunden was verlässlich wäre.
Nur diesen GOLEM Artikel.
https://www.golem.de/news/linux-erste-stabile-x-server-veroeffentlichung-seit-drei-jahren-2110-160664.html
Und das ist es eigentlich was ich meinte. Ich betrachte das mit großer Sorge dass Xorg/X11 dadurch abgehängt wird. Hätte ich die Wahl zwischen Wayland und Xorg/X11, würde ich mit Freuden Xorg/X11 nehmen!
Jedoch gerade bzgl. Multi-Monitoring und Co sehe ich die Entwicklung bei Wayland so rasand voranschreiten, dass ich da Sorge habe. Die Ergebnisse übertreffen Xorg/X11 mitlerweile zum Teil.
Dann müsste man eigentlich dafür sorgen, dass die ganzen “freien Dudes” die nun am bösen Wayland hocken, eigentlich nach Xorg/X11 wandern und das ding mal aufpolieren!
Multi-Monitoring geht bei X11 schon sehr lange sehr sehr gut. Ich arbeite selbst seit vielen Jahren mit 3 Monitoren am Thinkpad.
“Dann müsste man eigentlich dafür sorgen, dass die ganzen “freien Dudes” die nun am bösen Wayland hocken, eigentlich nach Xorg/X11 wandern und das ding mal aufpolieren!” ……… ja schon aber glaube ich nicht, der Kern der Linuxgemeinde ist alt gewurden und auch der Meinung das die Jungen das mal weiter machen sollen. Nur leider haben die Jungen diese Visionen und den Spirit nicht, was in meinen Augen dem Linuxgedanken schadet. Aber noch gibts ja genug Intuisasten. 🙂
Jetzt kommen die deep talks 😀 das müsste man auslagern, bin ich ehrlich. Die Diskussion wird sonst gigantisch 😀
Kurz, du hast Recht. Aber ohne die Big-Player (zum Kommentar weiter oben) geht es heutzutage auch nicht mehr.
Und die junge Generation hat mMn. verstanden dass die Kombination aus OpenSource/OldSchool-Linux-Spirit UND Kapitalismus der einzig gangbare Weg zum überleben, wachsen, übertreffen ist. Die “guten alten Zeiten” wo in der Garage solch krassen Projekte entstehen sind vorbei. Dazu ist das auch alles zu komplex geworden mittlerweile.
Wichtig ist hier folgendes (und da kommt deine und auch meine Meinung ins Spiel) dass dieser Spirit niemals vergessen werden darf. Die Balance. 😉
Achja, bzgl. Multi-Monitoring. Notebook + 3 Monitore extra. konnte Wayland vor X11 ohne Probleme. X11 hat hier nachgezogen. Aber das spiegelt es wieder. X11 fängt an nachzuziehen, hoffentlich hilft es die X11 Entwickler aufzuwecken.
stimmt. Mir tuts nur immer im Herzen weh. Bin ja seit 1994 bei Linux und unix. …. schönen 4. Advent
Sehr schön. Trotz gelegentlicher Wechselgelüste meinerseits Richtung KDE komme ich irgendwie nicht von Xfce los. Es bleibt für mich der No-Nonsense-Desktop. Weniger Bling, aber auch weniger Stress und Ärger.
Vielleicht gibt es das anstehende neue Siduction Release schon mit 4.18? Gibt es hier jemanden, der das wissen könnte? 😉
Könnte klappen, wissen wir aber noch nicht genau. Du kannst aber mal ein Auge auf die Testbuilds werfen 🙂
Testbuild des XFCE Flavour kommt mit XFCE 4.18.
Na ist doch super.
Schoene Ergaenzungen.