Linux Mint geht Partnerschaft mit Mozilla ein

Linux Mint
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Wie dem Blog von Linux Mint zu entnehmen ist, sind die Entwickler von Linux Mint eine Partnerschaft eingegangen, in der es um den beiderseitigen Wunsch geht, Firefox wieder so auszuliefern, wie er von Mozilla bereitgestellt wird. Derzeit liefert Linux Mint Firefox zwar als Standard-Browser aus, allerdings in einer angepassten Version mit eigenen Einstellungen sowie abweichender Startseite und Suchmaschine.

Ubuntu schnappt über

Die Mint-Macher haben zuletzt bereits Googles Chrome in Eigenregie gepackt und ausgeliefert, da Ubuntu als Grundlage von Linux Mint den Browser nur noch als Snap ausliefert und die Mint-Macher entschieden haben, die Snap-Plattform nicht zu unterstützen, da die Pakete nur über den proprietären Snap-Store von Canonical ausgeliefert werden. Damit lieferten die Mint-Entwickler neben Firefox nun auch Chrome in Eigenregie aus, was einen nicht unerheblichen Arbeitsaufwand mit sich bringt. Dieser Zustand wurde mit Ubuntu 21.10 »Impish Indri« noch verfestigt, denn seither liefert Canonical in Zusammenarbeit mit und nach einer Initiative von Mozilla den Firefox ebenfalls standardmäßig als Snap aus. Eine weitere Schnappisierung von Ubuntu ist zu erwarten.

Arbeitsbelastung senken

Um diese Arbeitsbelastung zumindest teilweise zu senken, sind die Mint-Entwickler nun eine Partnerschaft mit Mozilla eingegangen, die einerseits Geld in unbekannter Höhe in die Kasse der Distribution spült und andererseits auf technischer Seite Erleichterungen bringt. Demnach wird Firefox weiterhin als DEB-Paket ausgeliefert, erhält allerdings einige Anpassungen in Richtung des Originals von Mozilla:

  • Die Startseite von Firefox wird wieder auf Mozilla zeigen und nicht mehr auf linuxmint.com/start
  • Google wird als Standard-Suchmaschine voreingestellt, das kann händisch geändert werden
  • Die Grundeinstellungen werden von Mozilla übernommen
  • das Original-Icon von Mozilla wird übernommen
  • Firefox enthält künftig keine Codeänderungen oder Patches von Linux Mint, Debian oder Ubuntu mehr

Ab Firefox 96

Die Änderungen gelten ab Firefox 96, der am heutigen Dienstag veröffentlicht wird. Sie gelten für die derzeit unterstützten Mint-Versionen der Reihen 19 und 20 sowie für LMDE. Das kürzlich freigegebene Linux Mint 20.3 »Una« erhielt die Änderungen bereits mit Firefox 95.

User-Einstellungen geschützt?

Was aber passiert beim Update mit den vorhandenen Einstellungen der Anwender im Browser? Diese sollen sich »idealerweise« nicht ändern. Da diese Einstellungen aber eine Schicht von Überschreibungen über den Standardwerten darstellen, tun sich die Entwickler offensichtlich schwer, Änderungen hier auszuschließen. Ein Vorteil für die Mint-Anwender wird die im Jahresverlauf erwartete Möglichkeit sein, Updates direkt über den Browser einspielen zu können.

Während Mozilla bei Canonical die Initiative zur Auslieferung von Firefox als Snap ergriff, geht man bei Linux Mint den umgekehrten Weg und sorgt dafür, dass Firefox im Debian-Format mit Mozillas Voreinstellungen und Branding wieder Einzug hält. Von dieser Partnerschaft profitieren beide Parteien. Wie das die Anwender sehen muss sich erst noch zeigen.

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