In einem Eintrag auf zwei openSUSE-Mailinglisten hat Produktmanager Stefan Behlert einen radikalen Wandel bei openSUSE und SUSE Linux Enterprise (SLE) für die nächsten Veröffentlichungen gleich auf mehreren Ebenen angekündigt. Bereits die nächste Hauptversion soll von dieser Entwicklung profitieren.
Viel passiert seit 15.3
Das als Adaptable Linux Platform (ALP) bezeichnete Projekt soll sowohl in technologischer Hinsicht als auch beim Design und bei der Zusammenstellung anders sein als seine Vorgänger. Seit der Veröffentlichung von SLE 15 im Jahr 2018 habe sich viel geändert, neben neuen Technologien seien auch die Ansprüche der Kunden zum Teil andere geworden. Auch das Verhältnis von SLE und Leap habe sich gewandelt. Das sei ein Prozess, den man nun im Rahmen der Entwicklung eines Nachfolgers fortführen müsse.
Offene Entwicklung
Diese Entwicklung ist einer der Punkte, die anders gehandhabt werden sollen. Es soll mehr Mitsprache und Mitarbeit aus der Community geben, weshalb die Entwicklung nicht hinter verschlossenen Türen, sondern öffentlich im openSUSE Build Service (OBS) stattfinden soll. Aus technischer Sicht kündigt Behlert ein Betriebssystem bestehend aus einem schlanken Systemkern für die Bereitstellung der Hardware und containerisierten Anwendungen und Userspace-Tools an, das offensichtlich Eigenschaften von openSUSE MicroOS aufweist. Mehr Details dazu gibt es im Moment nicht, Behlert verspricht aber weitere Informationen zeitnah zu liefern, sobald das Projekt Fahrt aufnimmt. Unklar bleibt im Moment, ob sich damit das Verhältnis von openSUSE zu SLE verändern wird.
Wenn ich das richtig deute, steigt SUSE damit in die Fußstapfen des hauseigenen openSUSE MicroOS, von Fedora Silverblue und ähnlich gelagerten Projekten, die atomare Updates mit Rollback bieten und unveränderlich (immutable) sind. Spannend wird, was das für openSUSE bedeuten wird. Weitere Details in den nächsten Wochen werden es zeigen.
Bereits im Januar hatte ich einen Ausblick auf openSUSE Leap 15.4 verfasst. Auf der Projektseite gibt es mittlerweile eine sehr ausführliche Vorstellung der kommenden Version. Seit Kurzem steht auch eine Beta-Version bereit.

Danke für den Hinweis.
Hatte bislang noch gar nichts davon mitbekommen. Ich muss ehrlich zugeben, dass aktuell zwei Herzen in meiner Brust schlagen.
Nach vielen, vielen mäßigen Jahren mit openSUSE war und bin ich mit der aktuellen Entwicklung wirklich sehr glücklich. Leap 15.3 ist endlich wieder top. Wenigstens bei mir, stabil ohne Ende und auch nicht so altbackend wie in einigen Jahren zuvor. Leap 15.4 geht in die gleiche Richtung. Eigentlich will ich gar nicht mehr.
Jedoch ist die Daseinsberechtigung von Linux natürlich nicht nur die Stabilität, sondern auch die permanente technologische Weiterentwicklung. (Klar gibt es noch andere Aspekte :D)
Jetzt klingt es wieder nach “neu, neu, besser schnelle etc”. Sofern die Koppelung an SLE bestehen bleibt bin ich sehr zuversichtlich. Aber…….ich kenne SUSE schon lange….!
Warten wir mal ab.
Lieben Gruß
Warten wir mal ab, das ist auch mein Motto 😉
Und zum Ausprobieren hat man ja Zweit- und Drittrechner…
An MicroOS Desktop wird ja schon einige Zeit getüftelt.Schön, wenn das jetzt mehr Fahrt aufnimmt. Ich nutze Microos auf dem Server. Vielleicht kommt es dann auch mal auf den Desktop.
Gibt es von MicroOS nicht schon eine Alphaversion für den Desktop?
https://blog.kukuh.syafaat.id/2020/Trying-openSUSE-MicroOS-Desktop-Alpha/