antix 26 desktop

antiX 26 bietet 5 Init-Systeme, aber kein systemd

Das letzte Mal haben wir über antix im Herbst 2024 berichtet, als v23.2 erschien. Die Zahl der Init-Systeme ist seitdem von zwei auf fünf gestiegen, aber systemd muss immer noch draußen bleiben. In dem auf dem aktuellen Debian 13.4 »Trixie« basierenden antiX 26 sind runit, sysVinit, dinit, s6-rc und s6-66 am Start, wobei runit den Standard darstellt.

Zwei Varianten

antiX ist darauf ausgelegt, auf alter Hardware zufriedenstellend zu funktionieren, während es mit aktueller Hardware rekordverdächtig schnell läuft. Wie gehabt, wird antiX in zwei Versionen ausgeliefert, die jeweils in 32- und 64-Bit zur Verfügung stehen. Die als full⁣ bezeichnete Version bringt rund 2,3 GByte auf die Waage, für core reichen dagegen rund 660 MByte. Mit v5.10.240 und v6.6.119 stehen zwei angepasste Kernel zur Verfügung, wobei v6.6.119 nur mit x86 full ausgeliefert wird. Nach dem Start belegt antix nur rund 200 MByte im RAM.

antiX verzichtet nicht nur auf systemd sondern auch auf den Sitzungsmanager elogind, der von anderen systemd-freien Distributionen benutzt wird, um Desktop-Umgebungen wie Plasma oder GNOME sowie Paketsysteme wie Flatpak zu ermöglichen. Das schlanke antiX verzichtet damit auf die Auslieferung kompletter Desktop-Umgebungen und setzt lieber auf Fenstermanager wie IceWM (Standard), Fluxbox, JWM oder den Tiling-Fenstermanager HerbstluftWM.

Beliebte Distribution

Die ISO-Images stehen auf SourceForge zum Download bereit. Die 64-Bit-Vollversion wurde in den drei Tagen seit Veröffentlichung bereits mehr als zehntausendmal heruntergeladen und selbst für die 32-Bit-Vollversion haben sich annähernd viertausend User entschieden.

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12 Kommentare

  1. Ich könnte mir Szenarien vorstellen, bei denen wir ganz schnell darauf angewiesen wären, auf alternative Init-Systeme umsteigen zu können.
    Die Identitätskontrolle ins Betriebssystem zu verankern könnte so ein Fall sein.
    Insofern ist die Bereitstellung und Pflege von Alternativen keine Nebensache, auch wenn die Meisten sie nicht nutzen.

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    1. Also gross browsen muss man auf so einem 32bit-System vielleicht nicht mehr. Es geht, aber mit Einschränkungen. Für anderen Kram ist so ne Kiste aber durchaus noch gut.
      Ich kann auch mit einem Amiga online gehen, aber da ist schon mit https schnell Schicht im Schacht ;-), mit modernem javascript-Zeugs fängt man da besser nicht an.
      Wenn ein vim läuft, ist es ein nutzbarer Computer, so zumindest meine Einstellung ;-). (ok, ggf. noch ein Gameboy-Emulator)

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  2. Ja, die wissen auch ganz genau warum.

    “Die Zahl der Init-Systeme ist seitdem von zwei auf fünf gestiegen, aber systemd muss immer noch draußen bleiben.” — Ja klar logisch, antix ist ja auch ein ethabliertes nosystemd-System.
    Es etablieren sich eben neben systemd auch nosystemd Systeme
    und das ist auch gut so, genau das ist Linux.

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    1. und ich mag auch an antix, dass es eben immer noch eine 32bit-Variante gibt. Die Rechner dafür werden zwar weniger, aber ich nutze selbst sehr gut abgehangene Hardware noch für irgendwas, da ist die Option gut. Ich werd das aktuelle antix in der 32bit-Variante auf ein altes Netbook packen, einfach für im kommenden Sommer draussen im Garten z.B. einfach mal scummvm oder nen Emulator anzuschmeissen :-), ohne gleich die dicken Bleche aufzubauen.

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      1. “Die Rechner dafür werden zwar weniger, aber ich nutze selbst sehr gut abgehangene Hardware noch für irgendwas, da ist die Option gut.”

        Und wozu das Ganze? Ich kriege ja schon meine IDE kaum mit unter 4 GB zum Laufen. Ganz zu schweigen vom JDK – das gibt es gar nicht nativ für 32-Bit, und man müsste schon ordentlich ‘frickeln’, damit das überhaupt irgendwie funktioniert.

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        1. Ich stimme dir voll zu, im allgemeinen Betrieb.

          Es gibt allgemein ein Areal für 32bit und legacy. Und das sind Embedded Systeme, wie Fabrik-Steuereinheiten die z.b. mit WinXP usw. laufen. Weil kein Netz usw.

          Aber auch Spiele die man archivieren und erhalten möchte für die Nachwelt.

          Aber all das ist ein Bruchteil und dafür programmieren die meisten Anbieter wie Mozilla usw. auch nicht.

          Ich sehe daher genau wie du, für den Endverbraucher (außer eine retro gaming box) keinerlei Einsatzgebiet derartiger Systeme. Ausgenommen jene die wirklich nur Mails prüfen, kurz was im Netz lesen, etwas schreiben. Aber selbst die Software muss immer mehr “gefrickelt” werden um auf derartigen System lauffähig zu bleiben.

          Somit, als Machbarkeitsstudie und Erhalt alter Software (Spiele, Steuerungen) ok. Mehr aber auch nicht. Nicht wenn man moderne Software nutzen will.

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        2. Wobei ich noch hinzufügen muss, dass embedded usw. sehr relevant ist. Nicht jeder Router, Rpi (und Verwandt) benötigt die Last schwerer Umgebungen.

          Und da ist runit z.b. genau richtig angesiedelt. Schnell, effizient und KISS. Schon nettes init system.

          Aber nichts für volle DEs. Daher, ja du hast Recht aber dennoch gibt es einen Einsatz.

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        3. Gibt ja auch schlankere IDEs, die auch noch auf alten Kisten laufen; je nach Einsatzzweck muss es ja nichts aktuelles sein, dass ggf. mit allem aktuellen Bloat übersteuert wird. Abgesehen davon ist das kein Einsatzgebiet für meinen alten Rechnerpark, da quäle ich mich sicher nicht mit Software rum, die einfach mehr Power braucht. Trotzdem nutze ich den Kram noch.

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          1. Es stimmt, dass ein erweitertes VIM für die Entwicklung oft völlig ausreicht, besonders wenn man nicht auf Java oder Kotlin angewiesen ist. Den Bereich Embedded hatte ich nicht direkt im Blick; dort bevorzuge ich persönlich meist BSD, aber die Workflows sind eben individuell. Es ist erfreulich, dass diese Vielfalt existiert, da sie es ermöglicht, ältere Hardware sinnvoll weiterzunutzen, anstatt sie zu entsorgen

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          2. Es ist jetzt aber auch nicht so, dass systemd extrem ressourcenhungrig wäre. Für Distributionen wie OpenWRT, die mit 64-128MB RAM auskommen sollen, kann ich das Argument verstehen. Bei allem was heute noch irgendwie freiwillig als Computer nutzen würde, sind die Unterschiede IMHO nicht relevant.

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            1. Dann greift meine allgemeine Aussage. Allgemein wird derartiges nicht mehr benötigt.

              Embedded Systeme, Steuereinheiten usw. (ja dazu gehören Router mit OpenWRT) benötigen aber etwas wie runit. 😉

              Und die mögen nicht so im Vordergrund stehen wie eine Workstation, aber ohne Sie würde nichts funktionieren. Ergo, Daseinsberechtigung von runit.

              Das was du freiwillig als Computer/Workstation benutzt, ist sicherlich keine Hardware eines routers. Und dich möchte ich sehen, wenn router keine Software mehr bekommen und die tolle Workstation nicht mehr ins Netz kann.

              Die Meinung ist daher wieder von A-A gedacht “alles was ich nicht aktiv nutze und sehe ist irrelevant”.

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