Debian Swirl

Debian sucht Unterstützung bei KI-Providern

Bereits mehrfach haben wir uns den Diskussionen um KI in Debian gewidmet. Die Diskussion führte zu dem Bestreben, in einer General Resolution (GR) die Entwickler entscheiden zu lassen, welche Richtlinien beim Umgang mit KI künftig gelten sollen. Dazu wurden drei Vorschläge eingereicht.

Dann zog Debian-Entwickler Mo Zhou aus dem Deep-Learning-Team, der die GR initiiert hatte, seinen Vorschlag, der die Freigabe der ursprünglichen Trainingsdaten für KI-Modelle erfordert hätte, um als DFSG-konform zu gelten, zurück. Er erklärte, es bedürfe weiterer Diskussion, da das Projekt nicht genügend vorbereitet für solch eine schwerwiegende Entscheidung sei.

Budget für LLM-Nutzung

In der aktuellen Ausgabe von »Bits from the DPL« steht am Ende eine Nachricht über ein angestrebtes Budget für freie Nutzung von LLMs für Debian-Entwickler. Folgt man dem Link auf die Mailingliste, so geht es dort darum, dass angeregt wurde, bei den großen LLM-Providern anzuklopfen und um freie Nutzung der Modelle für Debian-Entwickler anzufragen.

KI-generierter Code

Ursprünglich ging es in dem Thread darum, wie man Neueinsteigern eine möglichst komplette Dokumentation an die Hand geben kann. Hierbei kann KI nach heutigem Stand bestimmt eine große Hilfe sein. Dem ehemaligen DPL Lucas Nussbaum, der die Initiative ergreift und um Unterstützung bei den Großen der KI-Branche anfragen will, geht es aber offensichtlich auch um KI-generierten Code. Er stellt die Frage in den Raum, ob Debian einfach akzeptieren sollte, dass die besten Dienste derzeit die kommerziellen sind, und wenn sie helfen können, Debian besser zu machen, sollte Debian sie annehmen.

Immerhin verteilt Debian auch Pakete mittels kommerzieller CDNs und verlässt sich für das Hosting verschiedener Dienste auf Cloud-Anbieter. Er gesteht, die Antwort nicht zu wissen, findet es aber wichtig, zu untersuchen, wie KI-gestütztes Coding Debian helfen könnte.

Die Frage, ob man KI-generiertem Code vertrauen sollte, müsse derzeit mit einem klaren »Nein« beantwortet werden. KI-generierte Beiträge sollten zwingend »mit einem Entwickler verknüpft sein, der angemessene Anstrengungen unternommen hat, um sicherzustellen, dass keine Fehler gemacht wurden, und der in der Lage ist, verantwortlich zu handeln, wenn dies irgendwie scheitert«. Was kann da schon schiefgehen? 😉

Teilt den Beitrag, falls ihr mögt

28 Kommentare

  1. Ich bin kein KI-Fan, aber nimm nur mal die Teams Transcodierungs Funktion wo die KI das Protokoll vom Meeting erstellt und das gar nicht mal so schlecht. Sind Dienste wie DeepL nicht auch KI basiert/unterstützt? Gibt noch weitere Beispiele aus dem Alltag.
    Es muss halt sinnvoll sein.

    2
        1. Weitere unsinnige Beispiele?
          Das Internet wird sich nicht durchsetzen #Neuland
          Autos? Braucht keiner, Wir haben doch Pferde.
          🙈😆

          Als wenn die KI einfach verschwindet oder man die mal eben deinstallieren kann… Omg

          7
          1. Imagine there’s no internet
            It’s easy if you try
            No cars in the city
            Above us only the birds and the sun
            Imagine all the people
            living in peace without the hustle and bustle

            Imagine there are no Trojans and viruses
            It’s not hard to do
            Nothing that breaks or takes over the operating system
            And no fight between Windows and Linux
            Imagine all the people
            don’t need such a thing

            You can say I’m a dreamer
            But I’m not the only one
            I hope one day you’ll join us
            And the world will be one

            (Nicht ganz ernst gemeint, kam mir aber spontan in den Sinn)

            2
          2. Das habe ich damit nicht gesagt!
            Mir geht es darum, dass man nicht gleich auf jeden Zug aufspringt, der an einem vorbeifährt.
            Das Internet und auch die Motorisierung waren im Grunde logische und auch wichtige Entwicklungen, bei KI im aktuellen Stadium sehe ich das einfach nicht. Generell kann das ja durchaus eine fruchtbare Sache sein.
            Aktuell ist KI ein hauptsächlich von NVIDIA beworbenes Ding, damit diese KI-Gigafactories gebaut werden und die Hardware-Umsätze steigen.
            Lasst uns das Ganze doch erstmal weiterentwickeln, damit es einen stabilen Nutzen hat.
            Aktuell ist es einach ein Milliardengrab mit nur ganz wenigen Profiteuren!

            17
              1. Ich sehe aktuell auch keinen wirklichen Mehrwert darin. Das was ich an KI wahrnehme, ist doch nicht mehr als die Wiedergabe von im Internet vorhandenen Informationen. Und bisher kann ich noch selbst im Internet suchen, dass muss mir keiner “vorkauen”.
                Sollte es einen Mehrwert “hinter verschlossenen Türen” geben, so kann ich schlecht davon wissen und auch nichts darüber sagen.
                Dass mir Bekannte über KI aktuell ist, dass es dem Internetuser die Suche abnimmt, also im Grunde dessen Faulheit unterstützt. Darüber hinaus wurde meiner Kenntnis nach nichts berichtet, außer eben Nvidias Lobbyarbeit, damit Milliarden und Abermilliarden in weitere Totgeburten aka Gigafactories gepumpt werden.
                Solange mein Hirn noch funktioniert und ich Spaß an Recherche habe, brauche auch nicht mit KI “anfangen”.

                14
                1. Also nur um das klarzustellen: Ich meine nicht, dass KI einfach nur bei der Internetrecherche hilft – das ist nett, aber nicht der Grund für den aktuellen Hype und die Milliardeninvestitionen.
                  Worum es wirklich geht, ist das Potenzial, ganze Berufsfelder grundlegend zu verändern. Ich hatte ja schon “Vibecoding” erwähnt. Das Konzept ist, dass man Software nicht mehr Zeile für Zeile schreibt, sondern in einem iterativen Dialog mit einer KI entwickelt. Und das ist keine Spielerei mehr, sondern längst gängige Praxis in einigen Teams.
                  Es geht nicht mehr um die Frage, ob Entwickler ersetzt werden können – sondern wann und in welchem Ausmaß. Und das ist nur ein Beispiel. Die gleiche Dynamik sehen wir im Content-Bereich, im Support, im Design, etc.
                  Wenn man das alles auf “fauler Nutzer will nicht mehr googlen” reduziert, verpasst man leider komplett, was hier eigentlich passiert.

                  5
                  1. Fachlich betrachtet kann das korrekt sein (mir fehlt das Hintergrundwissen), es geht aber auch darum wie es medial präsentiert wird. Und dort ist KI ein nebliges Heilsversprechen, in das man einfach nur zweistellige Milliardenbeträge stopfen muss, damit es bald allen besser geht. Und das alles natürlich mit öffentlichen Geldern (siehe KI-Gigafactory in Deutschland), die man in den JETZIGEN Problemen wie Infrastruktur (z.B. Kommunikationsnetze) braucht. Aber klingt halt einfach nicht mehr so toll, wenn man ein Autobahnteilstück einweiht. Stattdessen lieber Handshake mit dem CEO eines US-amerikanischen Tech-Unternehmens.
                    Ich gehe letzten Endes ja auch davon aus, das KI was Gutes sein wird. Aber für die notwendige Akzeptanz muss es auch was Greifbares für den “einfachen” Menschen liefern, und nicht nur ein besserer Chatbot sein. Alles nur durch die Entwickler-Brille zu sehen, ist ziemlich einseitig.
                    Wie wäre es, wenn wir mit dem Geld von heute erstmal die Probleme von heute lösen? Wenn die nämlich auf einmal weg sind, sind die Notwendigkeiten von morgen viel kleiner und leichter zu bewerkstelligen. Mit KI wird nicht eine einzige Datenleitung mehr gebaut und auch marode Strassen werden damit nicht besser.
                    Ich bin selbst sehr progressiv und freue mich auf die Zukunft. Man sollte diese aber auch mit den richtigen Mitteln bauen und nicht auf Luftschlösser stzen!

                    3
                    1. Du hast recht, viele Investitionen in KI wirken aktuell abgehoben, während grundlegende Probleme ungelöst bleiben. Aber: Wenn Deutschland jetzt nicht investiert, verlieren wir komplett den Anschluss.
                      USA und China geben längst den Takt vor. Wenn wir nur zuschauen, werden wir morgen abhängige Nutzer statt selbst Gestalter sein.

                      4
                    2. Die Abhängigkeit wird sich durch den Bezug von Nvidia-Hardware nicht ändern, sie wird damit viel mehr zementiert, Die (geplatzte) Intel-Location in Mecklenburg-Vorpommern hätte das gleiche Problem gehabt.
                      Unabhängigkeit bekämen wir dadurch, dass zumindest im EU-Raum Wettbewerber dazu entstehen, die eigene Ideen mit sich bringen. Dies wird aber nur minimalst gefördert, lieber beauftragt man US Tech-Firmen, eine EU-Cloud zu erstellen, die uns dann “unabhängig” macht.
                      Solange das Silicon Valley unsere IT gestaltet, ist eine technische (Hard- und Software) und auch rechtliche Unabhängigkeit (US Cloud Act) nicht gegeben.
                      Den Anschluß haben “wir” de facto längst verloren, man nutzt das Schreckgespenst aber gerne, um Milliarden an US-Unternehmen zu rechtfertigen.

                      2
                    3. Ich sehe da keinen Zusammenhang, Ian Murdock wollte eine “freie” Linux-Distribution, und das ist und bleibt eine gute Sache.
                      Ich sprach davon, dass eine Unabhängigkeit gegenüber den USA und China und ein angebliches Aufholen propagiert wird, dies aber mit den US-Tech-Unternehmen als Dauerlieferant erfolgen soll. Das schafft nicht die geringste Unabhängigkeit, die kann nur durch europäische Eigenentwicklungen aufgebaut werden. Das ist aber eine langfristige Sache braucht eigene Spieler auf dem Feld.
                      Es wurde sich halt von Anfang an auf die transatlantische Partnerschaft verlassen, und mit Trump im Oval Office merkt man auf einmal dass das keine gute Sache ist.
                      Gute Lösungen (wie z.B. Debian) sehen anders aus!

                      1
                2. Es spart unheimlich viel Zeit bei der Recherche! Es macht die Wissens Findung z. B. Für Linux Themen also Probleme die ich lösen will unendlich schneller und einfacher. Auch die Aufbereitung der Ergebnisse ist zig maö besser als eine dröge Google Suche und Ergebnis.
                  Auf Arbeit kann ich Themen viel schneller starten und voranbringen. (Wir nutzen eine sandbox KI)
                  Du verpasst da einiges.
                  Auch wenn brain 2.0 am Ende nicht fehlen darf um ein Ergebnis zu überprüfen. Aber der Weg dahin ist viel leichter.

                  0
                  1. Naja, entweder ich vertraue dem was mir der KI-Bot da präsentiert oder nicht. Bei letzterem muss ich am Ende doch wieder alles checken und habe de dacto keine Zeitersparnis.
                    Und bei ersterem gebe ich im Grunde meinen eigenen Wissendrang auf, denn ich suche ja nicht wirklich nach etwas und arbeite auch nicht am eigenen Verständnis des Gefundenen.
                    Jeder darf KI gerne nutzen wie er es will und den einfachen Weg gehen. So wie du es hier schilderst, bedeutet es für mich das Aufgeben eigenen Suchens und Kombinieren aka Recherche und Logik. Und ich will ganz gerne selbst denken, es macht mir sogar eine große Freude, einer sich ergebenden Aufgabenstellung nachzugehen. Zudem wäre es auch der Verlust alternativer Lösungsfindung, denn die KI gibt immer nur den gleichen Informationsblock preis. Menschen können aber zu unterschiedlichen und dennoch richtigen Ansätzen kommen. Und das ist wahrer Fortschritt!

                    4
                    1. Video kill the Radio stars. Sagte man as MTV Musikvideos “erfand”. Ist nicht passiert.

                      Du schwingst grosse Worte, schränkst dich selber absichtlich ein, nur für ein “Gefühl”.
                      Niemand geht heute mehr in eine Bibliothek, auch wenn es schöne Orte sind. Maximal für nostalgische Erlebnisse oder an der Uni.

                      Die Werkzeuge nutzen, die uns gegeben sind, ist sinnvoller als sie zu ignorieren, in der Hoffnung eine ‘bessere Lösung’ fällt vom Himmel.
                      KI ist nicht perfekt, aber sie kann hilfreich sein. In der Medizin bei der Früherkennung ist sie dem Menschen um Lichtjahre voraus.

                      An deinem PC kann sie dir viel Zeit ersparen und Erkenntnisse in Sekunden bringen, an die du noch nicht mal gedacht hast.
                      Gerade gestern hat sie mir (hier Perplexity) wieder einen Lösungsansatz bei der Rechtevergabe unter Linux gegeben. Die Formulierung war der Schlüssel zur Erkenntnis. Und so habe ich ein wochenlanges Hindernis lösen können.

                      Aber du kannst gerne deinen Weg weiter gehen. Niemand zwingt dich zu Änderungen in deinem Verhalten.

                      0
                    2. Es sind für mich keine großen Worte, wenn ich die Eigennutzung meines Geistes bevorzuge. Und ist das eine Einschränkung? Ich denke nicht, immerhin sind die bisherigen Fortschritte der Menschheit allesamt ohne KI, einfach nur weill Menschen etwas erreichen woll(t)en. Und durch die Eigenrecherche habe ich bisher auch oft zusätzliches “jenseits” des Suchweges gefunden und kam so auf weitere Ideen. Mit Textbausteinen einer KI hätte ich die Möglichkeit nicht gehabt.
                      Richtig, die uns gegebenen Werkzeuge sind was tolles, und der eigene Verstand ist so etwas. Ob KI in der Zukunft das bessere Werkzeug ist?! Bin ich mir nicht so sicher in Bezug auf den menschlichen Fortschritt an sich.
                      Ich kenne die in den letzten Monaten veröffentlichten Prressemitteilungen über Fortschritte bei der medizinischen Früherkennung. Es sind, Stand heute, aber auch nur kleinere klinische Studien, ob sich das in der Masse bewahrheitet wissen wir noch nicht. Ich fände es aber absolut großartig, wenn Seuchen unserer Zeit (z.B. alle möglichen Krebsarten) in einer nahen Zukunft einfach routinemäßig erkannt würden und Behandlungen effektiver angegangen werden können. Ist alles noch ziemlich im Konjunktiv, aber ich wünsche es mir sehr!

                      2
                    3. Du mußt auch “checken” was dir Kollegen sagen. Oft wissen sie nicht bescheid und blabbern etwas nach (“halluzinieren” – mit und ohne Wunderpilze) oder sie sind Mitbewerber und wollen deine Arbeit sabotieren und sich einen Vorteil zu verschaffen. Kritisches Denken ist immer und überall notwendig.

                      1
                    4. Das mit der Sabotage ist mir bisher nicht passiert und wohl auch eher die Ausnahme, aber eventuell arbeitest du in einem feindlicheren Umfeld. Und ich halte meine Kollegen weder für drogengesteuerte Idioten noch für meine Gegner. Mit der Einstellung sollte man den Arbeitgeber wechseln!
                      Kritisches Denken ist sogar sehr wichtig, das bekommt man aber nicht durch Textbausteine einer KI.

                      0
                    5. Ich frage mich wirklich, wie du zu dieser Techseite hier gefunden hast, wenn du so technikfeindlich ‘erscheinst’.
                      Ich bin schließlich auch nicht im Häkelforum, aus Gründen.
                      Ein early adopter bist du jedenfalls nicht.

                      0
                    6. Weil ich KI im sktuellen Stadium nicht für den großen Wurf halte, bin ich technikfeindlich? Ich bejuble nur nicht einfach bllind jede Ankündigung, die daher kommt. Und ich bin ja hier in einem Linuxblog, wofür ich mich sogar sehr begeistern kann. Ich bin z.B. ein großer Befürworter von Wayland und systemd, was ja sehr “nach vorne” ist und wofür ich angefeindet wurde.
                      Und wenn du meine Reaktionen zu dieser Nachricht richtig gelesen hättest, hättest du folgende Gesamtauffassung von mir erkannt:
                      Ich sehe in KI durchaus einen Nutzen für die Zukunft und hoffe, dass die Vorschusslorbeeren auch wahr werden. – Zum aktuellen Zeitpunkt ist das was man an KI in aller Breite wahrnimmt, eine bessere Internetsuche, die von Politik und Wirtschaft mit viel Nebelkerzen zum großen menschhheitserlösenden Durchbruch erklärt wird. In der Wirtschaft will dies vor allem Nvidia, damit deren Gewinne steigen und die Politik große Investitionen eingeht. Die Politik wiederum will damit von den aktuellen Problemen ablenken und sich zusätzlich in einem besseren Licht dastehen lassen. – Gleichzeitig brauchen wir HEUTE diese Gelder für die Probleme von HEUTE, marode Infrastruktur und soziale Probleme lösen sich nicht durch KI-Gigafactories.
                      Ja, ich bin bei den grossen technischen Dingen kein Early Adopter. Mein erstes Smartphone war das Samsung Galasy S5 im Jahre 2015, und auch sonst muß ich nicht immer gleich die neueste Hardware haben. Und letzen Endes bin ich nicht technikfeindlich, ich bin kritisch bzgl. des Marketing-Blalas bei Technik.
                      Du kannst ja gerne weiterhin voller Vorfreude jede Nachricht in dieser Richtung aufnehmen, ich denke immer daran, was es der Menschheit wirklich bringt, was dafür auf der anderen Seite mal wieder nicht angepackt wird und was es an Kosten im hier und jetzt mit sich bringt. Und da rede ich nicht nur vom Geld alleine, aiuch von der Ökobilanz und anderen Dinge.
                      Wir beide sind halt verschieden und in einer freien Gesellschaft ist das auch völlig in Ordnung. Deine letzte Antwort jedoch war in meinen Augen mir gegenüber leicht beleidigend und ich bitte in Zukunft Sachlichkeit zu wahren!

                      1

Kommentar hinterlassen