Debian 13

Debian vereinfacht Umstellung auf deb822

Vor einer Woche berichteten wir über die in Debian Unstable eingeführte Umstellung der Quellenliste auf das Format deb822. Gegen das neue Format ist nichts einzuwenden, jedoch war die Art und Weise, wie dies »angekündigt« wurde, alles andere als benutzerfreundlich. Jetzt könnte man einwenden, es sei ja immerhin Debian Unstable und das nutze eh kein normaler Sterblicher. Dieser Einwand gilt aber schon lange nicht mehr. Beweis dafür ist unter anderem die seit mittlerweile 14 Jahren herausgegebene Distribution siduction.

Anwender überfordert

Im Forum von siduction gab es einen langen Thread, in dem viele überraschte Anwender nachfragten, was das Ganze soll und wie es zu bewerkstelligen sei. Auch wenn die Methodik klar war, beschwerten sich Anwender mit vielen Einträgen in der Quellenliste verständlicherweise über die zusätzliche Arbeit bei der Umstellung.

Debian legt nach

Jetzt hat Debian nachgelegt. Bei meiner allmorgendlichen Aktualisierung von siduction erhielt ich heute diese Meldung:

 Notice: Some sources can be modernized. Run 'apt modernize-sources' to do so.

Gesagt – getan. Als Ausgebe erhielt ich Folgendes:

Ich hatte also auf diesem Rechner noch 13 Quelleneinträge im alten Format, weil mir bisher Lust und Zeit fehlten, die Umstellung vorzunehmen. Nun bot mir dieses Script an, die Umstellung von .list auf .sources inklusive des bereits jetzt vorgeschriebenen Signed-By-Eintrags vorzunehmen. Der angebotene Simulationsmodus, den man per N startet, sah dann ausschnittsweise so aus:

Insgesamt gab es zwei Einträge, bei denen der Signed-By-Eintrag nicht vorgenommen werden konnte. Warum das so ist, habe ich bisher nicht eruiert, vermutlich liegen die Schlüssel nicht im richtigen Format vor. Jedenfalls sah die Simulation gut genug aus, um den Vorgang durchzuführen. Dazu werden Root-Rechte benötigt. Das Endergebnis sah dann so aus:

Bis auf die beiden Einträge zu Vivaldi und Opera, bei denen der Signed-By-Eintrag händisch vorgenommen werden muss, ist alles in Ordnung. Damit haben auch die Nutzer von Debian Stable beim Upgrade auf Debian 13 im Sommer eine Sorge weniger. Warum dieses Script nicht vor einer Woche bereitstand, als die Anwender mit den Warnungen überschüttet wurden, muss ich nicht verstehen.

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4 Kommentare

  1. Dafür ist doch unstable da: neue Sachen ausprobieren, die vielleicht nicht auf Anhieb funktionieren, aber dann glatt geschliffen werden. Wer bewusst Debian unstable benutzt, sollte sich darüber im Klaren sein, darauf basierende Distris hin oder her.

    Ich überleg mir mittlerweile schon genauer, ob und wann ich auf testing wechsel, je nach Einsatzzweck. Für mein Backup-Notebook wäre das drin, aber dann bleibt für mich die Frage, wie oft ich ihn nutze und aktualisiere. Das war in früheren Debian-Zeiten drängender, weil der Zeitraum zum nächsten Release zu lange dauerte (weswegen dann auch Ubuntu und Mint mal auf den Speiseplan kamen). Für ein Rollingrelease eignet sich sid auch nicht, da gibt es spezialisiertere Distris.

    Also für mich gilt weiterhin: Debian macht sein Ding, und das gut. Zumindest für mich als Stable-User :-).

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    1. Ich fahre seit über 20 Jahren nur Unstable und bin da selbst involviert (Kanotix, sidux, siduction). Man hätte in diesem Falle trotzdem die Woche mit der Veröffentlichung warten können, bis das Script da war. Ich vermute aber, dass das Script nur entstand, weil viele Anwender nicht wussten, wie sie mit den Warnungen umgehen sollten. Ist aber nur Spekulation.

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  2. Endlich! Also das in Kombi mit deb822.

    Ich habe nie verstanden wie man ein Verfahren (mit den keys) als EOL definiert ohne eine korrekte Alternative anzubieten und sei es eine offizielle saubere Doku wie man es machen soll.

    Danach hatte jeder Repo-Anbieter das irgendwie anders gemacht.

    So gehört sich das und wird dann auch in anderen DEB-Distros landen. Freut mich!

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  3. “Jetzt könnte man einwenden, es sei ja immerhin Debian Unstable und das nutze eh kein normaler Sterblicher.”

    Wer normal ist, ist selbst dran schuld! 🙃
    Ohne Sid respektive Siduction gibt es auch kein Debian stable nicht.🧐

    Schön wenn sich Debian allmählich wieder erneuert. Das kommt jetzt gerade noch richtig vor dem Freeze.

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