Vergangene Woche berichteten wir über die Initiative zu einem Fedora AI Developer Desktop, der von FESCo, dem Fedora-Leitungsgremium, am 6. Mai einstimmig angenommen worden war.
Ziel des Vorschlags war es, durch KI-optimierte Fedora Atomic Desktops die KI-Entwicklung durch die Einführung besserer Tools und Paketierungslösungen zu vereinfachen. Die anderen Editionen und Spins von Fedora waren davon nicht betroffen.
Lazy Consensus
Nach Ablauf der Phase der Konsensfrist (lazy consensus) war die Initiative eigentlich in trockenen Tüchern. Mittlerweile ist der Vorschlag jedoch wieder blockiert, da zwei FESCo-Mitglieder ihre Zustimmung zurückgezogen haben. In der Fedora-Community gibt es keine starre Regel, dass man seine Meinung nach Ablauf des Zeitraums der Konsensfrist nicht mehr ändern darf.
Zweimal Zustimmung zurückgezogen
Justin W. Flory änderte seine Stimmabgabe später in -1 und begründete dies mit umfassenderen Bedenken als zunächst angenommen. Er unterstützt zwar grundsätzlich die Nutzung von AI als strategische Richtung, aber die vorgeschlagene Kernel-Strategie ist eine massive strukturelle Veränderung, die seiner Meinung nach einer expliziten Abstimmung mit der Rechtsabteilung und Fedora Engineering bedarf. Zusätzlich sieht er technische und rechtliche Unsicherheiten, etwa beim NVIDIA‑Nova‑Treiber, die noch nicht geklärt sind.
Nach der Änderung der Abstimmung wurde das Ticket als gesperrt markiert. Gestern änderte dann auch FESCo-Mitglied Miro Hrončok seine Stimme auf -1. Er befürchte, dass das Feedback, das nach der einstimmigen Entscheidung für die Initiative aufkam, darauf hindeutet, dass die Fedora-Community diese Initiative in ihrer jetzigen Form nicht unterstützt.
Das Fälligkeitsdatum des blockierten Tickets wurde auf den 22. Mai geschoben. Die FESCo-Mitglieder wollen bis dahin einen tragbaren Konsens finden.
