Linus Torvalds

Linux Kernel 6.7 mit Bcachefs freigegeben

Linus Torvalds hat gestern nach acht Wochen Entwicklung mit Linux 6.7 den ersten Kernel des neuen Jahres freigegeben. Es ist mit über 17.000 Einreichungen einer der größten Kernel-Veröffentlichungen überhaupt, wobei die zusätzliche achte Woche lediglich den Feiertagen geschuldet war.

Dateisysteme

Einer der Höhepunkte des neuen Kernels ist die Integration des Next-Gen copy-on-write (COW) Dateisystems Bcachefs, das in Konkurrenz zu Btrfs und ZFS tritt. Es ist zwar noch experimentell und es fehlen verschiedene Funktionen, doch mit der Aufnahme in Mainline verbreitert sich die Testbasis, sodass die Weiterentwicklung zügiger vorangehen kann.

Für Linux 6.8 ist bereits die initiale Unterstützung für online fsck im Masterzweig von Entwickler Kent Overstreet eingebunden. Um den Dateisystem-Check bei eingehängtem Dateisystem zu benutzen, wird der normale fsck-Befehl ausgeführt, aber dann automatisch online fsck verwendet. Weitere Verbesserungen sind bei den Dateisystemen Btrfs und Ext4 zu vermelden.

Grafik

Im Bereich Grafik wird Intels Meteor Lake jetzt als stabil angesehen, während die Unterstützung für die noch in diesem Jahr erwarteten Prozessorfamilien Lunar Lake und Arrow Lake weiter ausgebaut wird. Der freie Nouveau-Treiber für Nvidia-Karten erhält initiale Firmware Unterstützung für GSP-Prozessoren, die bei einigen GPUs zur Auslagerung von Initialisierungs- und Verwaltungsaufgaben verbaut sind.

Itanium entfernt

Der 2001 aus einer Zusammenarbeit von Intel und Hewlett-Packard hervorgegangene Itanium IA-64-Bit-Mikroprozessor wurde von Intel im Jahr 2021 letztmalig verkauft und hat nun das Ende der Unterstützung im Kernel erreicht; 65.219 Zeilen Code wurden mit Linux 6.7 (vorläufig) entfernt. Die von Torvalds ungeliebte Plattform werde nur zurückkehren, wenn sie außerhalb des Kernels für ein Jahr ausreichend gepflegt werde, so der Herr der Kernel.

32-Bit-Emulation deaktivierbar

Mit Linux 6.7 ist es jetzt möglich, die 32-Bit-Emulation auf x86-64-Kerneln mit dem Befehlszeilenparameter ia32_emulation= zu beeinflussen. Damit kann die 32-Bit-Emulation abgeschaltet werden, wenn sie nicht benötigt wird. Nicht zuletzt verringert das auch den Angriffsvektor, da die 32-Bit-Kompatibilitätsschnittstellen weniger gut getestet sind als der Rest der Kernel-API.

Alle weiteren Neuerungen von Linux 6.7 können in den nächsten Tagen auf der Webseite Kernel Newbies nachgelesen werden.

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