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Mozilla bezieht Stellung zu Plänen der US-Justiz

Vergangene Woche hat das US-Justizministerium in Zusammenarbeit mit einigen Generalstaatsanwälten im Verfahren USA gegen Google LLC wegen der Suchmaschinenzahlungen überarbeitete Lösungsvorschläge vorgestellt. Mozilla hat darauf jetzt auf seinem Blog reagiert.

Kontraproduktiv

Die neuen Vorschläge des US-Justizministeriums, die eigentlich den Browser-Wettbewerb egalisieren und den Suchmaschinenwettbewerb fördern sollen, indem sie sämtliche Zahlungen für die Präferenz einer Suchmaschine an Browserentwickler verbieten, verschlimmern laut Mozillas Präsident Mark Surman die Situation für kleine, unabhängige Browser.

Diese vorgeschlagenen Maßnahmen, die Suchmaschinenzahlungen an kleine und unabhängige Browser verbieten, verkennen das Gesamtbild – und die Leidtragenden sind die normalen Internetnutzer. Unabhängige Browser wie Firefox stehen an vorderster Front, wenn es darum geht, die Privatsphäre der Verbraucher zu schützen, Browser-Innovationen voranzutreiben und den Menschen echte Wahlmöglichkeiten bei der Nutzung des Internets zu geben. Doch anstatt einen fairen Kampf zu fördern, würden die Maßnahmen des Justizministeriums das Spielfeld weiter in die Hände einiger weniger dominanter Akteure verlagern, die Wahlfreiheit der Verbraucher einschränken und das gesamte Internet-Ökosystem schwächen.

Laut Surman geht es aber nicht nur um das durch die Vorschläge gefährdete Überleben kleiner, unabhängiger Browser, sondern im Falle von Firefox auch um Mozillas Browser-Engine. Die sind laut Surman entscheidend für die Geschwindigkeit, den Datenschutz und die Sicherheit eines Browsers sowie für seine Innovationskraft und seine Fähigkeit, Dinge anders zu machen. Derzeit sind mit Google Chromium, Apple Webkit und Mozilla Gecko lediglich noch drei große Engines am Markt.

Gecko vom Aussterben bedroht

Das Verbot von Suchmaschinenzahlungen würde auch die Existenz von Gecko gefährden, denn für die Erhaltung und Weiterentwicklung einer Browser-Engine seien viele Ressourcen und technisches Know-how vonnöten. Selbst Microsoft habe die Erhaltung seiner eigenen Browser-Engine bereits 2019 aufgegeben. Würde Gecko wegfallen, hätte Google mit Chromium die einzig verbleibende plattformübergreifende Engine am Markt.

Größer als der Marktanteil

Surman betont, die Rolle von Firefox sei größer als sein Marktanteil, eine Aussage, der ich übrigens voll zustimmen kann. Firefox hat in den USA derzeit 27 Millionen aktive Nutzer pro Monat und weltweit fast 205 Millionen. Durch die Entwicklung datenschutzfreundlicher Technologien, den Einfluss bei der Gestaltung der Zukunft der Webstandards durch die weitere Pflege von Gecko und der Gewährleistung der Interoperabilität soll die Dominanz von Google und Apple eingegrenzt werden. Die jetzt vorliegenden Vorschläge würden jedoch genau das Gegenteil bewirken, so Surman.

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7 Kommentare

  1. Man bricht das Monopol einer Suchmaschine nicht, indem man dessen Förderung halbwegs unabhängiger Projekte wie Firefox unterbindet.
    Eigentlich gehört es nach meinem Verständnis zu den staatlichen Aufgaben einen unabhängigen und neutralen Index von Internetseiten der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, damit Marktteilnehmer wieder die gleiche Chance haben können am freien Markt zu agieren. Das Monopol Googles bricht man durch die Bereitstellung einer neutralen Suchmaschine und nicht indem man die letzte Browseralternative abschafft.

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  2. So sehr ich Mozilla zustimme, aber was ich mir eigentlich wünsche; dass die bei Mozilla sich endlich auf ihr Kernprodukt konzentrieren, ihre Budgeterwartungen massiv nach unten schrauben und von ihrem “Hauptsponsor”, der ja zugleich ihr größer Wettbewerber ist, befreien.

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      1. Erstens: Die Suchmaschine (eine oder mehrere) darf gerne für deren Voreinstellung bezahlen – also wie gehabt
        Zweitens: Support z.B für Firmen und Öffentlich Hand
        Die Kombination aus den beiden Elementen sollte reichen, um die Entwicklung eines guten Browsers auch langfristig zu sichern.

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