Am vergangenen Freitag hat TUXEDO Computers aus Augsburg angekündigt, auf der am Wochenende abgehaltenen Linux-Messe FrOSCon die Beta-Version für das neue TUXEDO OS auf der Basis von Debian-Testing freizugeben. Über die Gründe für den Umstieg haben wir im Vorfeld bereits ausführlich berichtet.
Auf der FrOSCon freigegeben
Wer das Glück hatte, live beim Vortrag von Maximilian Arnold, dem technischen Leiter QA & Installationen bei TUXEDO dabeizusein, bekam nicht nur das Konzept hinter dem Umstieg von Ubuntu zu Debian Testing erläutert, sondern konnte danach einen USB-Stick mit dem neuen IOS-Image nach Hause tragen. Zudem konnte das neue ISO am Stand von TUXEDO auf deren Notebooks getestet werden.

In den vergangenen Monaten war das herkömmliche TUXEDO OS auf der Basis von Ubuntu LTS beim Plasma-Desktop, dem Kernel und anderen Paketen nicht immer so aktuell wie gewohnt. Die Open Beta verspricht hier Besserung. Sie bietet neben Kernel 7.1.6 auch eine aktuelle Plasma-Version 6.7.2 und setzt standardmäßig auf Wayland.
Ein erster Test
Wir haben das neue TUXEDO OS am Wochenende ebenfalls getestet und konnten bisher keine Fehler finden. Für mich sind die Rollbacks auf einen funktionierenden Systemzustand die herausragende Funktionalität des neuen Tuxedo OS. Als Standard-Dateisystem haben die Entwickler dazu Btrfs gewählt, um mit den dort verfügbaren Snapshots als zusätzlicher Sicherheitsebene einen Rollback des Systems auf eine bekannt funktionierende Version zu ermöglichen. Das ist für mich die herausragende Funktionalität des neuen Tuxedo OS. Dazu wird vor und nach jeder Aktion mit Apt ein Snapshot erstellt. Manuelle Snapshots vor Änderungen an der Konfiguration sind ebenfalls möglich.
Wie funktioniert der Rollback
Das System richtet bei der Installation sechs Subvolumes ein, die man sich wie variable Unterpartitionen in der Hauptpartition vorstellen kann. Technisch gesehen sind es Namensräume innerhalb eines einzelnen Btrfs-Dateisystems. Snapshots wiederum sind selbst ein Subvolume, weshalb sie auch bei der Abfrage der Subvolumes angezeigt werden.

Der Wechsel zu einem Snapshot wird in Grub eingeleitet und im Weiteren über Btrfs-assistant abgewickelt.

Damit konnten wir mühelos von Snapshot 3 zu Snapshot 1 (der ursprünglichen Installation) zurückkehren.
Wann wird’s stabil?
Die Beta-Phase soll nach den derzeitigen Plänen spätestens Ende November in eine stabile Veröffentlichung münden. Für den Umstieg von der Ubuntu- zur Debian-Basis kommen Anwender um eine Neuinstallation nicht herum. Wer die Beta jetzt installiert, kann später auf die stabile Version aktualisieren, ohne erneut installieren zu müssen. Während der Open Beta wünschen die Entwickler sich Bugreports, Kritik, Wünsche und Anregungen auf einer eigens eingerichteten GitLab-Seite.
