Canonical hat, pünktlich wie gewohnt Ubuntu 23.04 »Lunar Lobster« freigegeben. Es handelt sich um ein Interims-Release mit neun Monaten Support des Herstellers. Die augenfälligste Neuerung des Krustentiers vom Mond ist der seit einigen Jahren unter dem Codenamen Ubiquity NG entwickelte neue Installer für den Desktop. Die Grundlage bietet Googles Flutter-Framework. Eigentlich sollte der Installer bereits mit Ubuntu 22.04 LTS seinen ersten Auftritt haben, nun ist er da. Er verfügt über die Funktionalität des mit Ubuntu 20.04 eingeführten Server-Installers Subiquity. Eine Installation auf der Basis von ZFS ist nicht mehr im Angebot.
Drei neue Flavours
Das Grundgerüst der insgesamt 38. Ausgabe von Ubuntu bilden Kernel 6.2 und als Desktop ein angepasster GNOME 44. Neben den Flavours Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu, Ubuntu Budgie, Ubuntu Studio und Ubuntu Mate sind auch drei neue Flavours im Programm. Es handelt sich um Ubuntu Unity, Ubuntu Cinnamon und das 2014 zuletzt veröffentlichte und jetzt wieder neu aufgelegte Edubuntu. Ein neues Minimal ISO als Netboot mit nur 140 MByte kommt Anwendern entgegen, die ihren Desktop möglichst weit selbst ausgestalten möchten.
Bei den Flavours bieten Kubuntu und Ubuntu Studio jeweils Plasma 5.27 LTS, Xubuntu kommt mit dem aktuellen Xfce 4.18, während für Lubuntu die Zeit zu knapp für LXQt 1.3 war und somit v1.2 den Vorzug erhielt. Ubuntu Budgie kommt mit Budgie 10.7, während die neuen Familienmitglieder Unity 7.7 und Cinnamon 5.6 vorzeigen können. Der MATE-Desktop 1.28 bildet die Grundlage für Ubuntu MATE. Edubuntu basiert auf Ubuntu und verwendet dessen GNOME Desktop.
Azure Active Directory unterstützt
Native Unterstützung für Azure Active Directory (Azure AD) erlaubt Nutzern von Microsoft 365 jetzt die Authentifizierung auf dem Ubuntu Desktop mit ihren M365- oder Azure-Anmeldedaten. Diese neue Funktion soll nach ausreichenden Tests auch auf das noch bis 2027 unterstützte Ubuntu 22.04 zurückportiert werden. Zusammen mit der bereits vorhandenen Integration der Active Directory Domain Services soll damit die Verbreitung auf Entwickler-Desktops in Unternehmen gefördert werden, wie Mark Shuttleworth erläuterte.
Für die Gamer bietet Ubuntu 23.04 eine stabile Version von Steam als Snap. Insgesamt wurde Snap weiterhin mit einer neuen Aktualisierungsfunktion verbessert. Die Paketbasis wurde aktualisiert und bietet neben Mesa 23 auch Systemd 252.5 und PipeWire 0.3.65. Ubuntu 23.04 steht für Desktop, Server und als Netboot zum Download bereit. Dort gibt es auch Abbilder mit dem alten Installer. Die Desktop-Ausgabe ist auf 4.6 GByte angewachsen. Die Release Notes vermitteln weitere Details zur Veröffentlichung.

Der neue Installer sieht optisch gut aus und tat bisher bei mir flott und zuverlässig seinen Dienst (2x getestet, einmal mit Verschlüsselung und einmal ohne). Er wollte nur standardmäßig auf der HDD-Datenplatte statt auf der SSD installieren, was mich etwas überrascht hat. Möglicherweise lag es daran, dass sich dort schon ein „altes“ bootfähiges Ubuntu befand.
Worüber ich mich gerade nicht so freue, ist dass es mit einer mittelalten AMD Radeon RX 460 und der den Standardtreibern zu Grafikfehlern kommt: Manchmal bleibt z.B. der Firefox-Profilauswahl-Dialog schwarz und da scheint nur zu helfen das Fenster zu schließen und noch einmal zu öffnen. Beim vorherigen Upgrade-Versuch von Ubuntu 22.10 mit AMDGPU-PRO wollte der Rechner zuerst nur mit altem Kernel wieder hochfahren.
Der mitgelieferte Totem hat nach wie vor das Problem, dass er beim schnellen Video-Vorspulen von MP4 irgendwann aussteigt und die Wiedergabe nicht mehr fortsetzen kann. Wenn man einen anderen Videoplayer wie VLC oder MPV nutzt, passiert das nicht.
Nicht ganz durchdrungen habe ich die Bedeutung der Zahlen bei den Anwendungsicons im Dash. Thunderbird zeigt z.B. eine „3“, es ist aber nur ein Fenster offen und Mails sind auch viel mehr gekommen. Weiß da irgendwer mehr?
Probier mal Fedora 38 aus. Absolut empfehlenswert! Also 38 ist wirklich gelungen. Das war noch mit 37 nicht so. Tschau Ubuntu :))))))))
Auf gnulinux.ch Matrix Channel berichten sie über die Installation von Ubuntu. Das liest sich nicht so doll. Ich war noch nie ein Ubuntu Fan und habe es nie genutzt.
Ich rate dir auch eher zu Fedora, LMDE, Manjaro oder direkte Debian Bookworm.
Ubuntu entwickelt sich scheinbar immer mehr zur Katastrophe.