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Ubuntu 25.10 entfernt X11-Session bei GNOME

Nachdem die Würfel für ein GNOME 49 ohne X11-Session gefallen sind, hat sich auch Canonical entschieden, die X11-Sitzung mit Ubuntu 25.10 »Questing Quokka« fallen zu lassen. Das geht aus einer aktuellen Meldung auf Discourse hervor.

Ubuntu 25.10 ohne X11

Ubuntu 25.10 wird mit GNOME 49 ausgeliefert. Da die Möglichkeit besteht, dass der Code für X11 bereits mit GNOME 49 nicht nur deaktiviert, sondern ganz entfernt wird, bleibt Ubuntu kaum eine andere Möglichkeit, als proaktiv mitzuziehen. Zudem ist 25.10 das letzte Release für den Test ohne X11 vor der nächsten LTS-Edition Ubuntu 26.04 im April nächsten Jahres.

Ubuntu 24.04 LTS als Alternative

Anwender, die gehofft hatten, 26.04 werde letztmalig mit einer X11-Session ausgeliefert, müssen somit umdenken. Eine Alternative ist Ubuntu 24.04 LTS, das bis zum Ende seiner Laufzeit im Jahr 2029 und mit Ubuntu Pro darüber hinaus über eine X11-Session verfügt. Wenn ein Verbleib auf 24.04 LTS keine Option ist, bleibt mit Ubuntu 25.10 nur die Wahl einer anderen Desktop-Umgebung oder eines Fenstermanagers.

XWayland bleibt

Pakete, die weiterhin X11-Unterstützung benötigen, sind vom Entfernen der X11-Sitzung nicht betroffen, sie werden auch künftig von XWayland unterstützt. Der Rest der Ubuntu-Familie ist von der Maßnahme ebenfalls nicht betroffen und bietet bis auf Weiteres X11 als Option an. Für Ubuntu scheint der Abschied von X11 zum jetzigen Zeitpunkt aber die richtige Entscheidung. Der Verzicht auf X11 setzt Entwickler frei, die sich zusätzlich um die weitere Stabilisierung von Wayland kümmern können. Ubuntu 25.10 wird am 9. Oktober erwartet.

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17 Kommentare

    1. Spannend wird auch was LinuxMint macht. Die halten ja nicht viel von Wayland. Ev. machen sie nun den Schritt und wechseln zu Debian. Wir werden es sehen. Aber gerade jetzt wo viele von Win10 weg zu Linux wollen ist es gar nicht gut wenn da ein Desktop ist der nicht richtig funktioniert. War auch damals bei XP schon so mit Unity und Gnome3. Ich erinnere mich noch gut wie das am Anfang so gut wie gar nicht funktioniert hat. Das war eine regel rechte Alpha-Version. Es gab nicht mal einen “Shutdown” Knopf bei Gnome weil die Entwickler der Meinung waren das man den PC gar nicht mehr abstellt sondern nur noch in den Schlafmodus versetze. Viele wechselten dann frustriert zurück zu Windows. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Neuerungen und Fortschritt. Aber alle paar Jahre das Rad neu zu erfinden ist nicht zielführend. Man schaue sich nur mal UEFI an. Wie viele Jahre wird da nun schon herum gefrickelt…?

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      1. Die arbeiten doch schon länger an Wayland für Cinnamon und Wayland wird X11 letztendlich praktisch überall ersetzen. Dass die ersten Desktops/Distributionen nun anfangen, X11 nicht mehr zu unterstützen, wird das letztendlich nur beschleunigen.

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        1. Dann solltest du dir linux mal richtig anschauen.
          Da wirst du feststellen das X11 nie verschwinden wird.
          Man muss ja keine Distribution nehmen die kein X11 mehr unterstuetzt,
          es gibt da noch ca 4-600 andere Distributionen, die alle auf den selben Quellen beruhen und da kann man ja eine nehmen.

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          1. So überraschend neu ist das doch alles nicht.
            Wayland wird seit 2008 entwickelt. Seit 2016 ist GNOME-Wayland bei Fedora die Standardsitzung.
            Für andere Desktopumgebungen bleibt X11 auch weiterhin erhalten.

            Aber sag mal, wo siehst du konkret Probleme mit Wayland?
            Ich nutze Sway und Plasma-Wayland seit ca. 2 Jahren, aber die X11-Session vermisse ich dabei nicht.

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            1. Es gibt bei allen Firmenlaptops grosse Probleme mit Wayland.
              Da wir ausnahmslos nur Thinkpads verwenden faellt Wayland somit aus.

              Wir verwenden die in der Dock nit 2-3 Monitoren, was unter X11 wunderbar funktioniert. Wir verwenden aber auch keinKDE, Plasma, Gnome oder so, sondern nur WM’s

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          2. Irgendwelche Sektierer gibt es halt immer. Aber nun wird sich sich die Lage endgültig umkehren. Wayland ist endgültig der Standard, womit der Druck, Software Wayland-kompatibel zu machen oder sie durch kompatible Software zu ersetzen steigt. X11 Unterstützung gibt es dann zunehmend nur noch, wenn gerade jemand zu viel Zeit hat und früher oder später fliegt die dann auch aus bestehender Software raus. Und spätestens wenn das dann irgendwelche Toolkits betrifft, war’s das.

            Wenn jemand den Umstieg aufgrund konkreter Probleme verzögern will, habe ich dafür durchaus Verständnis, manchmal geht es halt nicht anders. Allerdings sollte man die Zeichen der Zeit erkennen und sich darauf einstellen. Das erspart langfristig viel Ärger.

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            1. Moin. Ich nutze x11 (Mint) und Wayland (ChachyOS). Läuft für mich als normaler Nutzer super. 2 Monitore und eine RTX 2070.
              Alles ohne Abstürze oder freezes.

              Niemand muss adhoc zu Wayland wechseln. Allenfalls Personen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen.

              Siehe auch 32 bit Systeme. Lange totgeglaubt, weil 64 bit ja schon lange da ist. Aber es gibt noch soooo viele Anwendungen die genau mit 32 bit laufen, auch und gerade in der Industrie.

              Ein Vorredner hat es bereits gesagt. Es wird seit 2008 an Wayland gebastelt und die “Marktdurchdringung” ist sicher noch nicht besonders hoch. Es ist nur gerade im Fokus weil alle Welt ‘Plasma’ feiert.

              Wayland kommt, aber nicht heute. 🙂

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            2. Sehr gewagt jemanden als “Skeptiker” zu bezeichnen nur weil er das Gebastel von Wayland in frage stellt. Natürlich arbeiten die Entwickler von LinuxMint an Wayland, aber so richtig damit anfreunden können sie sich nicht. Was ist denn der Grund das man Wayland unbedingt braucht? Ich nehme gerne wieder das Beispiel von UEFI: Bis heute verstehe ich nicht was daran besser sein soll oder warum man das zwingend braucht. Der Filesystemstandard von UEFI ist FAT (?!), der Booteintrag wird auf das Mainboard geschrieben (?!), dann erinnere ich gerne an den Logo-Fail oder andere Sicherheitsprobleme. Manchmal habe ich das Gefühl es ist einfach so ein “haben muss weil es alle haben wollen”. Wie damals mit Unity und Gnome3. Unity gibt es nicht mehr und Gnome3 brauchte wie lange bis es endlich sauber lief? Ich finde da die Haltung von Clem (LinuxMint) recht gut. Er ist offen für neues, hat aber auch den Mut es zu hinterfragen. Halt auch ein “Skeptiker” oder besser konservativ. 🙂 Und nochmal: Gerade jetzt wo viele von Windows zu Linux wechseln wollen kann man nicht mit einer Alpha oder Beta punkten. Das muss funktionieren und ausgereift sein (Stichwort: ScreenShot).

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              1. Um die Frage, was das besser ist, ging es mir gar nicht. Man mag die Vor- und Nachteile von UEFI, Systemd, Wayland usw. ja diskutieren können, aber sie haben sich unzweifelhaft durchgesetzt. Das muss man einfach anerkennen.

                Selbst wenn man davon etwas nicht mag, ist es für die meisten Leute dennoch das sinnvollste, solche Entwicklungen in der Geschwindigkeit der großen und gut unterstützen Distribution einfach mitzumachen, anstatt sich in irgendwelche obskuren Frickel-Distributionen mit 3,5 Nutzern zu flüchten und hinterher nur Probleme zu haben. Wie viele der “4-600 andere Distributionen” sind denn vergleichbar gut gewartet wie die großen Distributionen? Noch dazu wenn sich das Software-Angebot immer weiter verschlechtert, wenn dann auch anderen die X11 Unterstützung einstellen. Es ist ja nicht nur GNOME, KDE unterstützt X11 nach der Aufspaltung von KWin nur noch halbherzig, die Entwicklung des X Servers ist auch mehr oder weniger zum Erliegen gekommen und so wird es weiter gehen.

                Ich bezweifle auch, dass man bei Mint hier irgendwas mutig hinterfragt. Als die 2023 mit der Entwicklung von Wayland für Cinnamon angefangen haben, war auch schon klar, dass sich Wayland durchsetzt und Lefebvre wird das natürlich gewusst haben. Dass die kleinen Desktops hinterherhinken, hat wohl eher etwas mit dem Aufwand zu tun, den das bedeutet.

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                1. Warum “sollte” man anderen hinterher trotteln wie die Lemminge?

                  Man kann sich auch richtig mit linux beschaeftigen.
                  Warum kann man nicht einfach seins machen?
                  Warum kann man keine kleine Distribution nutzen und ggf. diese sogar unterstuetzen?

                  Grosse Distributionen installieren viel zu viel Rotz, den kaum jemand braucht, da ist eine kleine feine Distribution, ( oder Debian, was man auch nur Grundinstallieren kann und dann auf seine Beduerfnisse aufbauen kann) viel schneller, effektiver und laeuft super auf kleiner Hardware.

                  Wenn man nur die grossen wie ubuntu, fedora, suse nimmt, kann man auch gleich bei Win bleiben.

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                  1. Weil die Firmen das durchsetzen wollten so und mittels riesen Kampanien etc. aber das gibts schon seit ewigkeiten, schon 1995 gings los aber da war die Linuxgemeinde auch noch eine ehrhafte, stolze Gemeinschaft. Die haetten MS, suse, RedHat ins Aus laufen lassen. Die Jungen jetzt verscherbeln leider alles wenns passt.

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                2. UEFI, Systemd, Wayland sind alles Dinge, die nicht notwendig sind und reine Verkaufdingens der Unternehmen.

                  Gut bei Wayland geh ich noch mit wegen Vereinfachung von X allerdings sollte es auch dann wirklich funktionieren und das tut es eben noch lange nicht.

                  Wayland waere jetzt noch tief in der Versenkung, wenn sich nicht Google drauf geschmissen haette, dann kam RedHat und winsuse dazu.
                  Die Masse der Linuxgemeinschaft war garnicht dran interessiert.

                  UEFI hat immernoch Sicherheitsprobleme. (etwas wie uefi gab’s schon zu PC Anfangszeiten, wurde wegen Sicherheit verworfen).

                  Systemd ist einfach nur ein Krake, der aus dem guten Linux ein windows 2.0 machen will.

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