Volla Tablet

Volla Tablet ab April im Crowdfunding

Tablets hatten bisher wenig Fortune im Open-Source-Umfeld. Der KDE-Entwickler Aaron Seigo musste das bereits 2014 bitter lernen, als er ein Linux-Tablet namens Vivaldi entwarf und versuchte, es bauen zu lassen. Der Versuch scheiterte bereits in der Produktion wegen zu geringer Margen.

Gescheiterte Tablets

Gescheitert ist auch der Versuch der Firma Jolla, dem Jolla-Phone auch ein Tablet mit Sailfish OS folgen zu lassen. Es wurden rund 540 Geräte ausgeliefert, die restlichen Vorbesteller versprach man zu entschädigen. Jolla stand kurz vor dem Bankrott und die Entschädigung ging gelinde gesagt sehr zäh vonstatten. Das von Jolla lizenzierte Nachfolgeprojekt Youyota Sailfish OS 2-in-1 Tablet sammelte 2017 auf der Plattform Indiegogo fast 150. 000 Euro ein. Seit 2018 herrscht auch hier Totenstille, ohne dass auch nur ein Gerät ausgeliefert wurde.

Es folgte das JingPad A1, ein Tablet aus China, relativ teuer, aber gute Hardware, mit eigenem Betriebssystem JingOS. Kaum war das Gerät bei mir zu Hause, ging das Unternehmen auch schon pleite. Momentan fristet mein JingPad ein Dasein im Regal, lässt sich aber mit einigen Verrenkungen mit Ubuntu Touch versehen.

Starke Hardware

Genau in diese Liga will sich nun Volla begeben, wie das Projekt kürzlich ankündigte. Vergleichbar mit Jolla hat Volla bereits einige Versionen des Volla Phone am Markt, scheinbar ausreichend profitabel, um das Projekt weiter zu tragen. Das angekündigte Tablet soll über ein 12,3 Zoll Quad-HD-Display verfügen und neben 12 GByte RAM den Mediatek 8-Core-Prozessor Helio G99 und vier Lautsprecher in einem eloxierten Aluminiumgehäuse verpacken.

Volla OS und Ubuntu Touch

Aufseiten der Software sollen sowohl vom Volla Phone bekannte Volla OS als auch Ubuntu Touch als Multi-Boot-Option verfügbar sein. Neben einer ansteckbaren Tastatur sind auch zwei SIM-Karten-Slots geplant, sodass hier Tablet und Smartphone verschmelzen. Den Preis für dieses interessant klingende Konzept erfahren wir wohl erst, wenn im April das Crowdfunding beginnt. Wir wünschen dem Volla Tablet vorab schon mal mehr Glück, als es vielen seiner Vorgänger beschieden war.

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19 Kommentare

    1. Ich hatte vor 10-12 Jahren mal ein Handy mit linux drauf. War so ein ovales Ding. Damals steckte alles noch in den Kinderschuhen. Leider weis ich nicht mehr genau wie das Teil hies “mock” irgendwas dachte ich aber ich finds gerade im Netz nicht mehr.

      Hab’s gefunden, genau war so 2010 rum, hies OPENMOKO Neo Freerunner . War super zum testen und ausprobieren und einfach telefoniert hat es. 🙂
      hatte

      Schade habs nicht mehr, wuerde mich wieder reizen.

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  1. Bei Hardware-Crowdfunding mache ich nicht mehr mit.

    • Jolla-Tablet -> Reinfall
    • Pinephone -> Hardware-Bug (battery-drain)
    • Librem 5 -> kommt mit einer schon lächerlichen Verspätung und dann defekt hier an (lässt sich nicht einschalten)

    Das war genug gezahltes Lehrgeld für mich. Mein Xperia X mit SailfishOS war zu alt, der Nachfolger Xperia 10 II war ein Gerät, das nur die eigene Mutter lieben kann (wer zum Teufel meint, ein Bildschirm-Seitenverhältnis von 2:1 wäre ne gute Idee, gehört bestraft). Hab mir dann ein iPhone 13 Mini geholt, weil man das von der Größe her gut einhändig bedienen kann. Animationen sind herrlich flüssig – läuft ja auch kein Javagedöns an allen Ecken und Enden. Fühlt sich ein bisschen nach Verräter an, aber bin äußerst zufrieden seitdem.

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    1. Verstehe ich alles. Bei dem Librem5 war ich auch kurz am überlegen. Voller Hoffnung und lange gewartet. Irgendwann habe ich das abgehackt, leider! Deswegen würde ich mich mal über ein erfolgreiches Projekt freuen.
      Mit SailfishOS und Jolla habe ich auch meine Erfahrungen gemacht. Nicht alle waren schlecht. Generell begrüße ich solche Projekte. Die Xperia Geräte sind teils schon echte Todschläger. War auch nie mein Fall.
      Wer sich mit Android anfreunden kann, für den gibt es mittlerweile genügen Custom ROMs auf einer ausreichenden Auswahl an Geräten.
      Ein reines Linux Phone wäre mein Traum, aber ich glaube nicht mehr in diesem Leben.
      Das mit dem iPhone kann ich halt nur bedingt nach vollziehen, da wie gesagt genügend entgoogelte Ware zur Verfügung steht. Ist halt der deutlich einfachere Weg mit iOS, aber gut: Gibt auch Leute die wollen oder können das einfach nicht und das ist für mich vollkommen OK.
      Wobei es auch fertige Geräte gäbe, so wie z.B. das Volla Phone.
      Euch einen schönen Sonntag.

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      1. Android habe ich hinter mir gelassen. War seit CM1.6 oder so dabei. Irgendwann dann AOSP selbstgebaut. Mit dem dritten Nexus meine eigene Privatdistro gebaut (Primerunner). War eine der ersten, die ziemlich viele Compileroptimierungen mitgebracht hat. Habe Stunden damit verbracht, Makefiles zu editieren, um die Linaro-Patches zum Bauen zu bekommen^^

        Und letzten Endes kommt man ohne GSF bei Android ja doch nicht weit, denn ohne kann das Gerät sogar weniger als ein SailfishOS. Und die meisten Treiber sind am Kernel vorbei. Zudem sind die Quellen “nur gucken, nicht anfassen”. Daher fangen Lineage und Co auch bei jedem größeren Release bei 0 an zu mergen (teilweise sogar “porten”) und alles muss zigmal gemacht werden. Ne danke.

        Android ist nicht mehr als OpenCore. Und irgendwann muss man die Hardware dann doch wegwerfen, weil für neue Android-Versionen keine frische Firmware mehr kommt.

        Ne danke. Man kann über crApple sagen, was man will, aber UI/UX können die. Android rennt da einfach meilenweit hinterher. Könnte ich mich mit abfinden, aber Android ist halt nicht wirklich frei und die Mühe nicht wert.

        Ich packe Android (vorerst) mit der Kneifzange nicht mehr an. Und die letzten iPhones wurden imho ziemlich lange offiziell unterstützt, also sehe ich in dem Punkt auch nicht wirklich ein Hindernis.

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        1. Oh ha, so tief stecke ich da nicht drinnen.
          Nutze selber ein Pixel 6a mit CalyxOS und microG. Damit funktioniert alles was ich benötige.
          Was du schreibst, kann ich nicht beurteilen und werde mir daher auch kein Urteil darüber erlauben.
          Allerdings kann ich mit Apples Geschöftsgebaren nichts anfangen. Goldener Käfig, Bevormundung, App Store und Gängelung bis hin zu unlauteren Wettbewerb, …dass ist nicht meine Welt.
          Wenn Apple seiner Zeit für mich nicht so viel finanzieller Aufwand bei dem Umstieg von Win zu Linux bedeutend hätte, wäre ich heute ein Apple Jünger.
          Die machen gute Geräte und OS können sie. Ich bewundere die Verschmelzung von Hard- und Software.
          Trotzdem lehne ich die Geräte ab.
          Ausschließen soll man ja nie etwas.
          Interessanter Einblick von dir. Danke

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      1. Ich habe seit drei Monaten ein Testsample des Murena 2 hier, was mir von Hard- und Software gut gefällt. Ich treffe am kommenden Wochenende auf dem CLT den Erfinder Gaël Duval, um ihm mein Lob und Kritik zu überbringen. Kürzlich habe ich im LinuxUser einen Artikel dazu veröffentlicht.

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  2. Sehr interessant und ihr würde mir wünschen, dass endlich ein Projekt ins Ziel kommt.
    Gut fände ich, wenn am Ende auch ein Standard Linux mit zB GNOME laufen würde, aber warten wir mal ab.
    Preis, konkrete Hardware, Verfügbarkeit, …ich wünsche dem Projekt viel Glück.

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        1. Ist etwas versteckter und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das noch einmal wieder finde. Das ist an sich schon schade. Da hast du vollkommen Recht.
          Der Preis ist definitiv zu hoch, allerdings ist das Konzept ja auch ein anderes. Die Erwähnung zur Linux Distribution ist definitiv zu dürftig um das zu bewerben. Allerdings wollte ich den Fokus darauf lenken. Ich hatte Kontakt mit einem Praktikanten der dort gearbeitet hat und an einem Artikel darüber geschrieben hatte, aber leider nie zu ende gebracht wurde. Er hat(te) im übrigen ein Muster zum testen und um den Artikel zu schreiben.
          Vielleicht mag Ferdinand einfach mal bei Shift anfragen. Ich denke die sind da sehr aufgeschlossen.

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