2024 ist das Jahr von Wayland. Die Linux-Gemeinde freut sich darüber, dass nach über 15 Jahren Entwicklung die Ablösung von X11 endlich Fahrt aufnimmt. Wenn da nicht das Lager der Nvidia-User wäre. Vor allem ältere Nvidia-Karten können, je nachdem in welcher Umgebung sie laufen, immer noch Probleme im Zusammenspiel mit Wayland machen. Das äußert sich in Display-Flackern, fallen gelassenen Frames oder Artefakten bis hin zu Freezes und Abstürzen in Games.
Wayland und Nvidia
Das soll nun bald ein Ende haben und eine Technik namens »explicit sync« soll dafür sorgen. Der nötige Code wurde kürzlich in das Wayland-Protokoll integriert und soll am 15. Mai auch in der Beta-Version von Nvidias proprietärem Treiber in Version 555 zu finden sein. Commits für die Integration in Compositoren wie Mutter und KWin sowie in die Kompatibilitätsschicht Xwayland sind in vollem Gange. Mit KDE Plasma 6.1 im Juni 2024 sollte Wayland dann auch mit Nvidias proprietären Treibern problemlos funktionieren.
Um zu verstehen, was hier passiert, muss man verstehen, dass die noch vorhandenen Probleme durch die verwendete Art der Synchronisation beim Rendern von grafischen Elementen im Zusammenspiel von CPU, GPU und der anfordernden Applikation entstehen. KDE-Entwickler Xaver Hugl erklärt die Hintergründe in einem aktuellen Blogpost.
Synchronisation
Vereinfacht ausgedrückt, heißt das: Wenn eine Anwendung das Rendern eines grafischen Inhalts anfordert, schickt die CPU diesen Auftrag an die GPU. Diese rendert aber nicht jeden Auftrag separat, sondern sammelt diese und führt sie zu einem ihr genehmen Zeitpunkt aus. Würde jede Rendering-Anforderung sofort ausgeführt, würden CPU und GPU die meiste Zeit aufeinander warten und somit Zeit verschwenden. Da Rendering-Aufträge aber nicht für sich alleine stehen, sondern beispielsweise mit Befehlen zur Umwandlung in ein anderes Format oder der Rückgabe an die CPU zum Speichern auf die Festplatte verknüpft sind, funktioniert dieser Ablauf nicht ohne Synchronisation.
Imlizit und Explizit
Das bisherige Modell nutzte dazu imlicit sync, was im Gegensatz zu explicit sync ohne Beteiligung der anfordernden Anwendung funktioniert. Das kann unter Wayland zu Problemen führen, da die Anwendung nicht weiß, mit welchen Aufgaben sie synchronisiert, und es kann passieren, dass sie versehentlich und unwissentlich mit GPU-Befehlen synchronisiert, die für Ihre Aufgabe gar nicht relevant sind. Das führt dann wiederum zu den bekannten Problem wie Flackern und Stottern. Beim explicit sync ist die Anwendung beteiligt und weiß, wann das Rendering abgeschlossen ist und welche Aufgaben überhaupt synchronisiert werden sollen.
Komplexes Problem
Es dauerte insgesamt rund vier Jahre und viele Diskussionen, bis der ursprüngliche Merge-Request für Wayland angenommen wurde. Die Komplexität erwuchs aus dem nötigen Zusammenspiel von CPU und GPU, der verwendeten Treiberversion, dem Kernel und dem Compositor. Mit der Implementierung in Xwayland, Mutter, KWin und Mesa sollten die Probleme mit Wayland und Nvidia aber hoffentlich bald der Vergangenheit angehören. Damit wird auch die Akzeptanz von Wayland generell ansteigen.

Der Linux-Nutzer mit Nvidia GPU entspricht im obligatorischen Autovergleich dem Umweltschützer mit Verbrenner-SUV.
> Umweltschützer mit Verbrenner-SUV …
… vor dem Biolanden parken oder die Kinder in die 500m entfernten Schule fahren oder …
Na dann wohl besser mit Verbrenner-SUV als mit dem E-SUV 🙂
Da weder meine CPU noch das Board Grafik bieten, musste ich mir was suchen, das passiv gekühlt und klein ist. So was gibt es fast nicht mehr am Markt. Jetzt habe ich eine GT1030 mit aktuellem NVIDIA Treiber, die funktioniert soweit auch mit wayland … Lange Rede, gar kein Sinn, es gibt scheinbar überhaupt keine Karten mehr, die nicht das Äquivalent zum – nicht zweckmäßig genutztem – SUV sind.
Beispielsweise Zotac bietet mit seinen ZBOXen passiv gekühlte Mini-Rechner mit GPU, die nicht von Nvidia stammt, an.
Vielen Dank für die Suche!
Ein Komplettsystem ist aber nicht nach was ich suche. Weil das Thema jetzt grade wieder hochkam. habe ich heute mit dem Händler telefoniert, der mir den Rechner gebaut hat. Er verbaut nur NVIDIA, allerdings modifiziert, weil sein Angebot lautet “High End ohne Ton”. also Lüfter runter, eigenen Kühlkörpern drauf. So wie es aussieht ist er bereit extra für mich eine Radeon im gleichen Stil zu modifizieren. Das wäre perfekt.
Ein Komplettsystem magst du nicht, aber Rechner selber bauen magst du anscheinend auch nicht. Ist der Rechner von deinem Händler kein Komplettsystem?
Doch, ein Komplettsystem ziehe vor. Mein aktuelles ist grade mal ~zwei Jahre alt, deswegen suche ich keins. Damit haben meine Problem doch angefangen, weil keine Grafik Systemseitig vorhanden und ich dachte die kleinste Karte (GT710) wäre schon ausreichend um die vorher vorhanden onboard-Grafik zu ersetzen. War sie nicht. Die Situation hatte ich völlig falsch eingeschätzt.
> […] und Abstürzen in Games.
Ich kann aus erster Hand berichten, dass das auch im normalen Betrieb passiert. 🙂
Natürlich geht der führende Desktop im Computerumfeld, KDE Plasma voran und zementiert damit seine Vorreiterrolle.
2024 wird das Jahr des Linuxdesktops!!1
Nachdem die xz Backdoor bekannt gegeben wurde, glaub ich das nicht. Viele Umsteiger sind jetzt abgeschreckt.
Denn es grenzt halt an einem sehr krassen Vertrauensbruch.
Denke ich nicht. Wollen wir mal die wirklich kritischen Sicherheitslücken bei Windows auflisten?
Herausragend ist doch wie die Linux Gemeinde damit umgegangen ist. Wie schnell und wie sie reagiert haben.
Ich sehe hier keinen Bruch. Ganz im Gegenteil. MS$ würde das noch als PR verkaufen …dabei gibt es bis heute nicht geschlossene Lücken in Win. Interessiert sich niemand für oder haben sich damit abgefunden.
“MS$ würde das noch als PR verkaufen”: so ist es. Und sie tun es auch umgekehrt: “Microsoft rettet Linux”
Wow, dass ist ja dreist!
Wo machen sie das?
Kann ich mir aber bei denen gut vorstellen.
War in der Presse: “Microsoft Mitarbeiter rettet die Welt” oder so ähnlich.
Das hat nicht MS verlauten lassen, sondern die Presse. Und zwar zurecht, ein MS Mitarbeiter hat es in seiner Arbeitszeit entdeckt und völlig korrekt behandelt.
Ok, die Info kam nicht von mir. Dann haben sie alles richtig gemacht und trifft keine Schuld. Dennoch bleibe ich dabei:
Zweifellos.
Microsoft hat in letzter Zeit auch einige Böcke geschossen, z.B. als ihnen ein Master-Key für Azure abhanden gekommen ist. Oder das sie Zugangsdaten und persönliche Emails von Drittanbietern zwischenspeichern.
Hier muss natürlich jeder für sich entscheiden, was er für das kleinere Übel hält.
Quellen:
https://www.security-insider.de/gestohlener-master-key-von-microsoft-a-e13eabefaeb7354292ddd63dfae063d0/
https://blog.meister-security.de/neues-outlook-ubermittelt-zugangsdaten-an-microsoft/
Ich finde das Firmen, insbesondere Microsoft, häufig versuchen solche Missgeschicke zu vertuschen bzw. geheim zu halten.
Gab halt auch die Zeiten, wo sie das als PR genutzt haben.
Ich meine, dass die Linux Community hier eher offen und Verantwortungsvoll mit solchen Vorfällen umgeht.
Leider werden diese auch oftmals ausgeschlachtet und aufgepusht.
Für mich stellt sich hier keine Frage.
“Die Linux-Gemeinde freut sich darüber, dass nach über 15 Jahren Entwicklung die Ablösung von X11 endlich Fahrt aufnimmt. ”
schlichtweg FALSCH. Muss heissen “ein Teil der Gemeinde”.
Ich weis ja das Du Fan bist aber ich kenne jede Menge Leute, die das auch mit Sorge sehen und ueberhaupt nicht so begeistert sind.
Man befuerchtet eher, das es so etwas wie ein Krake wird wie systemd und somit mehr negativ als positiv.
Immer diese Bedenkenträger. Wenns nicht passt, dann nutzt man halt kein systemd und einen bare bones Browser. Wo ist das Problem?
Wer sich nicht dran stoert, das systemd google Dienste hardcoded integriert hat, fuer den ist doch systemd genau das richtige. Ich will das definitiv nicht.
Ich nutze sogar Google Chrome und mir ist es Scheiss egal das die sämtliche Daten absaugen. Denn Chrome gilt als besonders sicher. Das gleiche mit systemd. xD
😀 du solltest mal nicht nur die chip lesen, bevor du soetwas raus haust.
Aber alles gut, muss doch jeder selbst wissen was er macht.
und er kann es bei linux auch, das ist ja das Schoene.
Du bist ein Aluhutträger und das finde ich äußerst verwerflich.
Nein ich trage ueberhaupt keinen Hut (Ausnahme, wenn ich bei meinem Sohn in TX bin nen Stetson), ich arbeite nur seit ueber 30 Jahren beruflich mit unix/linux.
in allen moeglichen Bereichen auch in der Sicherheit.
Schön,bedeutet trotzdem nicht das du Ahnung hast. Ich verwende Gnu/Linux nicht weil ich paranoid bin,sondern weil ich die Zuverlässigkeit schätze. Mein Lubuntu erhält Updates,ohne das ich Angst haben muss,das diese mein gesamtes System sprengen. So wie das definitiv regelmäßig bei Manjaro der Fall war. Ich verwende Google Chrome weil die Google Dienste mir als Anwender viel Komfort bieten. Und außerdem lese ich keine Chip Zeitung. Da kann ich auch meine Bildung aus der Bild Zeitung beziehen.^^
Aber eins ist mir hier schon aufgefallen. Man muss Debilian und KDE Plasma nutzen oder man ist hier unten durch.
Warum nutzt du kein FreeBSD?
Warum sollte ich? ich komme vom linux und bleibe auch dabei, solange es geht.
FreeBSD ist konservativer bei Neuerungen.
Neuerungen wie systemd sind bei Linux-Distributionen nichts Besonderes.
Auch einige andere Distributionen haben kein systemd und werden es auch nie.
Schau dir einfach mal die Liste nosystemd an.
Es geht dabei nicht um Neuerungen. Befasse dich einfach mal richtig mit damit.
Und was BSD alles macht und fuer was es steht ist doch absolut zu begruessen.
systemd hat den Bootvorgang beschleunigt und bringt frischen Wind in die verkrusteten Strukturen der »Früher-war-alles-besser«-Bedenkenträger.
Warum nutzt du nicht nur BSD?
Es gibt viele Distributionen die kein systemd nutzen.
systemd ist eine Krake, die Dinge tut, die ein initsystem nichts an gehen. z.b google Dienste hardcoded
Und das es schneller ist, das ist wohl ein Mythos.
“Warum nutzt du nicht nur BSD?”
Weil ich seit ueber 30 Jahren beruflich mit unix/linux arbeite.
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Das Schöne an Linux ist, dass sich jeder daran machen kann, ein vollwertiges Betriebssystem zu entwickeln, indem er Komponenten aus anderen Open-Source-Projekten entnimmt oder von Grund auf neu erstellt.
Sorry, das halte ich für ein Maketing-Geblubber.
Ich habe von der Beschleunigung, jedenfalls wirklich spürbar, nichts gemerkt.
Ach. Und an dem xz-Fiasko ist systemd auch nicht ganz unschuldig.
Meinem Verständnis nach war systemd hier lediglich ein Vehikel. Man könnte sogar sagen, systemd hat in gewisser Weise zum Scheitern des Angriffs beigetragen, denn Poettering und Co arbeiteten bereits seit einiger Zeit an der Umstellung der ELF Dependencies von
shared libraryaufdlopen(). Wäre diese Entwicklung bereits abgeschlossen gewesen, so wäre der Angriff an dieser Stelle gescheitert, dennliblzmawäre über systemd nicht erreichbar gewesen. Das wussten die Angreifer mit Sicherheit und unterlagen deshalb in der Endphase unter Umständen einer Torschlusspanik und wurden etwas unvorsichtiger. Das ist natürlich reinste Spekulation meinerseits.Da kann man aber auch sagen (und das ist etwas greifbarer),
wenn man endlich die glibc weg lassen wuerde und alles durch musl ersetzt, dann waere das nicht passiert.
Auch alle anderen init-Systeme waren ja ueberhaupt nicht betroffen.
So kann man schon sagen, durch systemd konnte dies geschehen. 😉
Wenn niemand systemd verwenden würde, hätten die Angreifer einen anderen Weg gefunden.
Das ist schon klar aber es wurde ja der eine Fall benannt und das sind nunmal die tatsachen, das nosystemd Distributionen und musl Distributionen nicht betroffen sind.
Ausserdem haetten die Angreifer ja auch andere init systeme mit nehmen koennen, aber vielleicht war das dann zu offensichtlich und waere sofort aufgefallen weil die andere initsysteme ja nur das machen fuer was sie da sind.
… Dir schoenes Wochenende
Andere Init-Systeme waren nicht interessant. Es ging um DEB und RPM-basierte Distributionen, von denen vermutlich 95% oder mehr systemd verwenden. Dir auch ein schönes Wochenende.