Debian Swirl

Wie funktioniert das Update von Debian 11 auf 12?

Gestern am späten Abend war das Release von Debian 12 »Bookworm« abgeschlossen und es ist zweifelsohne eines der besten Debian-Releases aller Zeiten. Doch wie lässt sich Debian 11 auf die neue Version hochziehen?

Zunächst einmal: Ein Upgrade von Debian 10 »Buster« auf Debian 12 »Bookworm« direkt wird nicht funktionieren. Anwender mit dieser Konstellation müssen zunächst auf Debian 11 »Bullseye« aktualisieren und anschließend auf Debian 12 »Bookworm« hochziehen. Das Upgrade von 11 auf 12 sollte keine Probleme bereiten, besonders vorsichtige Naturen können aber auf Debian 12.1 warten, das in etwa einem Monat erscheinen wird.

Debian 11 auf neuestem Stand

Wie vor jedem größeren Upgrade ist es auch hier Pflicht, wichtige Daten vorher zu sichern. Ein installiertes Debian 11 muss dann zunächst auf den neuesten Stand gebracht und neu gestartet werden. Dabei gilt es vorab zu überprüfen, ob Pakete zurückgehalten werden. Das zeigt der Befehl

sudo apt-mark showhold

Dort angezeigte Pakete müssen dann mit

sudo apt-mark unhold [Paketname]

freigegeben werden.

Nach dem erfolgten Update mittels

sudo apt update && sudo apt full-upgrade

und anschließendem Neustart sollte der Befehl

cat /etc/debian_version

die Versionsnummer 11.7 ausgeben.

Quellenliste auf Bookworm umstellen

Dann geht es an die nötigen Änderungen in der Quellenliste /etc/apt/sources.list. Die sieht beispielsweise bei Verwendung des Debian-Servers so aus:

deb http://deb.debian.org/debian bullseye main
deb http://deb.debian.org/debian bullseye-updates main
deb http://deb.debian.org/debian-security/ bullseye-security main

Dort werden zunächst alle Vorkommen von bullseye mit bookworm ersetzt. Auch die Begriffe bullseye-updates, bullseye-security und, falls vorhanden, bullseye-backports werden durch bookworm-updates, bookworm-security und bookworm-backports ersetzt. Das erledigt alternativ folgender Sed-Befehl für euch:

sudo sed -i 's/bullseye/bookworm/g' /etc/apt/sources.list

Non-Free Firmware

Die hier gezeigte Quellenliste beschränkt sich auf freie Software. Wenn teils oder gänzlich unfreie Software benötigt wird, müssen die Abschnitte contrib und non-free an die Zeilen angehängt werden. Neu bei Debian 12 ist der Abschnitt für unfreie Firmware, der mittels non-free-firmware angehängt werden kann. Das sieht dann, wiederum bei Verwendung der Debian-Server direkt so aus:

deb http://deb.debian.org/debian bookworm main contrib non-free non-free-firmware
deb http://deb.debian.org/debian bookworm-updates main contrib non-free non-free-firmware
deb http://deb.debian.org/debian-security/ bookworm-security main contrib non-free non-free-firmware

Danach wird mit

sudo apt update

die Quellenliste aktualisiert.

Aktualisierung in zwei Schritten

Da dies ein Versions-Upgrade ist, sollte das eigentliche Upgrade vorsichtshalber in zwei Schritten vollzogen werden

sudo apt upgrade --without-new-pkgs

gefolgt von

sudo apt full-upgrade

Dann ist es an der Zeit, einen Neustart ins aktualisierte System vorzunehmen. Eine Kontrolle mit

cat /etc/debian_version

sollte jetzt die 12 als Version anzeigen. Und nun viel Spaß im neuen System.

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5 Kommentare

  1. Super Anleitung Ferdinand. Dafür schon einmal herzlichen Dank. Das werde ich bei Zeiten testen. Ich greife jetzt vielleicht vor (du erwähntest so etwas). Ich nutze den Vivaldi Browser aus den Vivaldi Quellen und habe dafür die entsprechende Source in der source.list eingetragen. Nun hast du bereits mehrfach erwähnt, dass das Einbinden von Dritt Quellen in Bookworm so nicht mehr funktionieren wird. Ich würde für das Aktualisieren von Bullseye auf Bookworm die Vivaldi Quelle in der sources.list deaktivieren “#” und nach dem Upgrade gemäß deiner folgenden Anleitung die Quelle neu einbinden und dann aktualisieren. Vivaldi deinstallieren wollte ich nicht. Passt das so?

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      1. Ich werde ohne hin nicht vor dem 1. Point Release dazu kommen (1. Rechner, danach folgt der Rest der Familie). Damit bleibt genug Zeit und ehrlich gesagt: Bei der Kombi an Wetter und bei den Zyklen von Debian halte ich auch noch ein paar Tage durch.
        Verschlüsselte Systeme (Laptop) sind kein Problem, oder? Ist mein erstes Upgrade bei einem verschlüsselten Notebook.

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        1. Ich habe heute tatsächlich meinen ersten Rechner (TP X1 Carbon) auf Bookworm gezogen. Hat super nach deiner Anleitung funktioniert (danke dafür), wobei der Unterschied zu dem wie ich das zuvor erledigt habe, war lediglich nach zurück gehaltenen Paketen schaun (gab es keine in meinem Fall) und das Upgrade in zwei Stufen (w/o new pkgs und dem full-upgrade). Der Rest war ident. Den Hinweis mit dem non-free-firmware für die Quellen war praktisch. Ersparte mich die Recherche.
          Für das Upgrade habe ich die sources.list.d ausgenommen (lediglich umbenannt, dass die Vivaldi Quelle und mittlerweile die für LibreWolf, nich angezogen werden). Dabei habe ich bemerkt das LibreWolf nicht stable sondern bullseye nutzt und damit musste ich diese ext. in bookworm umbenennen. Hier geht vielleicht analog zu Vivaldi auch stable anstelle dem Namen, aber das müsste ich prüfen.
          Das Hochziehen auf Bookworm hat ohne Probleme funktioniert.
          Vivaldi läuft nach wie vor ohne signed-by, was nicht gut ist. Liegt aber daran, dass ich eigentlich vom Vivaldi weg möchte und wieder mehr Quell offen nutzen. Deswegen auch der LibreWolf. Das allerdings erfordert ein drei Browser Konzept.
          Firefox ESR, LibreWolf und Chromium.
          Alles was geht (kleine Anpassungen voraus gesetzt) mit dem LW, dann was nicht damit geht (z.B. DRM für Streaming Dienste) den FF und Video-/Audio Calls via Telegram, VideoChat Systeme (z.B. Schulbetrieb für die Kinder) mit dem Chromium. Das alles deckt der Vivaldi ab, aber halt nicht Quell offen und wesentlich gesprächiger wie ein LW oder angepasster FF (empfehle den Artikel von Mike Kuketz).
          GNOME in seiner neuen Pracht muss ich mir anschauen. Da ist einiges passiert. Vermutlich Gewöhnungs Sache und Jammern auf hohem Niveau. Ob alle Dienste, Software etc. tun wie sie sollen, werde ich in den nächsten Tagen/Wochen heraus finden. Erst einmal war das ein unkompliziertes Upgraden und ich sage mal wieder: “Danke liebes Debian Team und an alle Beteiligten!” Auf die nächsten zwei Jahre.

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