Xfce 4.20

Xfce: Wayland-Compositor erreicht erste Alpha-Version

Als das Xfce-Projekt Anfang des Jahres mit xfwl4 einen eigenen Wayland-Compositor ankündigte, war das Echo groß. Das Ziel: Eine native Wayland-Sitzung, die sich für Anwender möglichst genauso verhält wie das bisherige Xfce auf Basis von X11. Nun hat der Entwickler einen wichtigen Meilenstein erreicht und eine erste Alpha-Version veröffentlicht.

Spendenfinanzierte Entwicklung

Hinter xfwl4 steht Entwickler Brian Tarricone, der seit rund sechs Monaten, durch Spendengelder finanziert, an dem Projekt arbeitet. Nach eigener Einschätzung ist der Compositor inzwischen weit genug fortgeschritten, um von einer größeren Zahl interessierter Nutzer getestet zu werden, auch wenn weiterhin mit Bugs und fehlenden Funktionen gerechnet werden muss. Entsprechend bezeichnet das Xfce-Team die Veröffentlichung ausdrücklich als Alpha-Version.

Weg von labwc

Mit Xfce 4.20 hatte das Projekt Ende 2024 bereits die Grundlagen für Wayland gelegt. Die meisten Komponenten des Desktops unterstützen Wayland inzwischen, für eine vollständige Sitzung war bislang jedoch ein externer Compositor wie labwc oder Wayfire erforderlich. Diese Lücke soll xfwl4 schließen.

Der neue Compositor entsteht in Rust und basiert auf dem Smithay-Framework, das unter anderem auch vom COSMIC-Desktop von System76 genutzt wird. Anders als die bisherige Übergangslösung mit labwc soll xfwl4 langfristig die gleiche Rolle übernehmen wie xfwm4 unter X11 und damit die vollständige Kontrolle über Fensterverwaltung und Compositing innerhalb von Xfce bieten.

X11 bleibt erhalten

Trotz der verstärkten Wayland-Entwicklung plant Xfce keinen schnellen Abschied von X11. Das Projekt hatte bereits bei der Vorstellung von xfwl4 betont, die klassische X11-Sitzung so lange weiter pflegen zu wollen, wie sich Entwickler für deren Wartung finden. Damit unterscheidet sich Xfce von Projekten wie GNOME oder KDE, die X11 bereits weitgehend hinter sich gelassen haben.

Bis zu einer stabilen Veröffentlichung dürfte noch einige Zeit vergehen. Die erste Alpha-Version zeigt jedoch, dass die Wayland-Migration des beliebten leichtgewichtigen Desktops wie erwartet voranschreitet. Wer den Compositor selbst aus den Quellen erstellen möchte, findet die Anleitung dazu auf GitLab.

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8 Kommentare

  1. Ich bin ja schon vor vielen Jahren zu Wayland gewechselt. Und hatte nur die ersten Jahre mit Gnome und Fedora so einige Probleme. Es ist schade das die ganzen leichtgewichtigen Desktops da hinterher hinken. Aktuell meistert dies Gnome und KDE am besten. Budgie und Lxqt habe ich am Wochenende mal getestet. Beide haben sich ja für labwc entschieden. Aber leider haben beide noch viele Bugs. Und auch Cosmic läuft ja alles andere als wirklich rund. Obwohl es unter Fedora bei mir besser klappt, als mit PopOS. Gut das ich die Zeit mit Niri und der Noctalia Shell überbrücken kann. Aber ich hoffe und denke das man bei XFCE das ganze nicht so verbuggt releasen wird und es ist immer noch meine große Hoffnung.

    Grüße und danke für die tollen News hier 🙂

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    1. “Es ist schade das die ganzen leichtgewichtigen Desktops da hinterher hinken.”

      Da arbeiten halt weniger Leute dran. Relevant sind die auch nur noch, um alte Bedienkonzepte am Leben zu halten. Sobald man nämlich einen Browser und ein paar Tabs aufmacht, kommt es auf die Unterschiede im Ressourcenverbrauch zwischen GNOME, KDE und Xfce auch nicht mehr wirklich an.

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  2. Ich bin seit Jahren ein großer Fan von XFCE Desktop, weil ich ihn sehr gut und sehr einfach für meine Bedürfnisse anpassen kann, welches mir bei gnome Desktop zu wenig ist. Ich hoffe, dass die tolle Konfigurierbarkeit bei XFCE mit wayland erhalten bleibt., denn sonst bleibe ich doch lieber bei XFCE mit X11

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    1. Geht mir au so.
      Meine Versuche mit Wayland und meiner benoetigten Konfiguration (3x externe Bildschirme mit unterschiedlichen Anzeigen) schlugen bisher immer fail.
      Entweder es wurde die Konfiguration nicht gemerkt, Mousprobleme, Zuordnungsprobleme der Monitore etc. Deswegen habe ich es abgebrochen, einfach fuer meine Dinge nicht wirklich brasuchbar,in X11 funzt alles wunderbar.

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      1. Das ist echt sehr abhängig vom Compositor.

        Bei mir hat X11 nicht gut funktioniert, v.a. weil ich ein Grafiktablett habe, das ich ungern jedes Mal aufs neue per Kommandozeile konfiguriere. KDE merkt sich die Einstellungen, d.h. Einstecken und gut ist.

        Und ich freue mich, dass v.a. Browser nicht alles von anderen Apps sehen – Browsern bzw. den Webseiten vertraue ich am wenigsten! Bei X11 ist ja jedes Programm automatisch Keylogger und Bildschirm-Aufnehmer für alles. o.O

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