Fedora Workstation 41 steht im Herbst zur Veröffentlichung an. Wie jetzt beschlossen wurde, kommt die Herbstausgabe der innovativen Distribution ohne GNOME X.Org Session und startet somit nicht nur standardmäßig mit Wayland, sondern bietet standardmäßig auch keine Alternative mehr dazu.
Zu spät für Fedora 40
Die Entscheidung basiert auf einem kürzlich erstellten Vorschlag, der dieses Vorgehen bereits für das im April erwartete Fedora Workstation 40 vorschlug. Die Entwickler waren aber der Meinung, der Vorschlag komme etwas spät so kurz vor der Beta-Version zu Version 40. Somit wurde dem Vorschlag stattgegeben, aber erst für Fedora Workstation 41.
GNOME und KDE im gleichen Boot
Mit dieser Ausgabe der Distribution wird die Verwendung einer X11-Sitzung weiter erschwert, wenn auch nicht erheblich. Den Entwicklern geht es bei ihrer Entscheidung darum, Wayland weitere Verbreitung zu verschaffen, um die noch bestehenden Probleme schneller beseitigen zu können. Zuvor hatte bereits das KDE-Team bei Fedora beantragt, den KDE-Spin für Fedora 40 ohne X11 auszuliefern, da das Team keine Kapazitäten für die Unterstützung von X11 habe. Der Spin wird Plasma 6 verwenden, das standardmäßig eine Wayland-Sitzung startet, aber alternativ eine X11-Sitzung anbietet.
Kompromiss beim KDE-Spin
Dem Vorschlag der KDE-SIG wurde vom Fedora-Steuerungskomitee FESCo vor drei Monaten stattgegeben und der entsprechende Code wurde entfernt. Daraufhin kamen Einwände von Nvidia-Benutzern, aber auch von Medienschaffenden und anderen, die in ihrem Alltag noch hinderliche Defizite bei Wayland sehen. Es wurden Strategien besprochen, wie man Anwendern eine Rückkehr zu X11 ermöglichen könnte, ohne den Code mitzuschleppen.
Als Alternative erstellte die KDE-SIG eine Version dieser Pakete im alternativen Repository COPR, die Pakete im offiziellen Fedora-Repository überwachen und sie bei Bedarf automatisch mit den X11-Session-Unterpaketen neu erstellt. Meiner Meinung nach ist Fedora die ideale Distribution und KDE Plasma der perfekte Desktop, um den Schritt in eine X11-freie Zukunft als Erste zu gehen und damit die weitere Entwicklung von Wayland zu forcieren.

Ich finde die Entscheidung, sich von X gänzlich zu verabschieden unglücklich. Wayland ist unter Fedora 39 noch etwas unstabil. Nach einer heutigen System-Aktualisierung war DashtoDock animatid nicht mehr vorhanden. Erst ein Neustart mit Gnome unter X rettete mich. Als Alternative sollte die Startmöglichkeit unter X erhalten bleiben.
Es wird relativ leicht wieder nachzurüsten sein. Ich gebe dir teils recht, verstehe aber auch den Druck, den die Entwickler aufbauen möchten.
Das Fedora ein sehr guter Testballon ist, um sich von X11 abzunabeln, sehe ich auch so. Ob es nun GNOME oder KDE sind, welche es zuerst umsetzen halte ich für unwichtig, solange bei den modernen Desktops überhaupt etwas passiert.
Wie steht es eigentlich um die Display Manager (GDM, SDDM)?
Bisher finden diese kaum Erwähnung und strenggenommen benötigt man sie nicht, gehören aber doch irgendwie dazu.
Solang das hautsaechlich die Firmendistributionen machen ist ja alles ok. Sollen sie ruhig.
GDM läuft heute vollständig auf Wayland.
Meine Frage kam aus der Richtung, dass ich es bisher so kenne, das GDM eine X Sitzung als Login Bildschirm nutzt, um dann die Wayland Sitzung auf einem anderen Terminal zu starten. Vielleicht habe ich hier ein Missverständnis?
In Ubuntu 22.04 LTS (Gnome 42) und CentOS Stream 9 (Gnome 40) hat GDM eine nahtlose Wayland-Unterstützung, vielleicht gab es sie sogar schon früher. GDM startet als reine Wayland-Sitzung und wenn man sich einloggt geht es nahtlos in eine Wayland-Gnome-Sitzung über, sogar ohne schwarzem Bild zwischendrin. Wählt man hingegen in GDM eine Xorg-Sitzung aus kommt erst ein schwarzer Bildschirm, da er erst extra den X-Server starten muss. GDM ist tief in Gnome integriert und heute im Grunde nichts anderes als ein Wrapper für die Gnome-Shell.
Danke dir. Meine Annahme beruhte darauf, dass ich nach dem Login immer einen kurze Unterbrechung in Form eines schwarzen Bildes hatte. Dies hatte ich mit einem Wechsel von X11 auf Wayland assoziiert. Es schien jedoch an der Wiederholrate des Monitors (165Hz) gelegen zu haben. Nach dem Kopieren der monitors.xml funktioniert der Login nahtlos.
Liebe linuxnews Gemeinde, bevor ich diese gräßliche Fehlentscheidung getroffen habe, einer NVIDIA-Karte zuzustimmen, war ich mit meiner vorherigen (aus 2010) onboard intel-Grafik zufrieden.
Welche Karte (passiv gekühlt), kann ich mir beschaffen ohne wieder in solch ein Desaster mit den Treibern zu geraten?
Wie sind den die Erfahrungen hier so, bzw. welche Karten sind hier so verbaut?
Vielen Dank!
Ich habe keine sonderlich hohen Ansprüche an Grafikkarten. Ich habe am PC eine AMD Radeon RX 580 verbaut, die sich von Beginn an völlig problemlos verhält. Die Notebooks haben alle nur Intel iGPU.
Danke.
Die Treiber von AMD sind direkt im Kernel, richtig? Kannst du mir vielleicht einen URL nennen, wo ich mehr Informationen über die unterstützen Modelle finden kann?
Der OpenSource-Treiber zu nVidia-GPUs wird immer besser, es wird aber noch dauern bis er auch bei Spielen gute Leistungen erbringt. Daher kann ich deine Bedenken verstehen. Grundsätzlich ist eine AMD oder Intel CPU mit integrierter GPU problemlos nutzbar.
Soll es eine externe Grafikkarte sein, sind die AMD GPUs in der RX6000er Reihe von den Treibern her ausgereift. Selbst habe ich eine RX7700XT und erlebe hier und da noch Kinderkrankheiten, so wollte ich lange nicht auf Kernel 6.7 aktualisieren, weil es einen nervigen Issue gab bei Neustarts.
Die Intel ARC Grafikkarten finde ich spannend, da sie Konkurrenz in den Markt bringen können, doch sind die aktuellen Grafikkarten von der Leistung eher durchwachsen und die nächste Generation steht in den Startlöchern.
Danke für die ausführliche Information.
RX600er, RX7700XT … alter Schwede, was für Boliden 🙂 Das ist etwas überdimensioniert. Ich nehme aber mal mit, dass es was von AMD sein muss.
> Grundsätzlich ist eine AMD oder Intel CPU mit integrierter GPU problemlos nutzbar.
Ich denke, dass wird meine Lösung sein. Die open-source Treiber sind für sehr viel spätere Modelle. Ich habe jetzt mal bisschen rumgesucht, aber kleine passiv gekühlten Karten sind wohl schon Jahre out, vermutlich weil deren Leistung längst von den integrierten/onboard GPUs überholt wurde. Ich brauche also entweder ein Board mit Grafik oder eine CPU mit Grafik.
Hey Mario und Ferdinand, Danke noch mal für die Eingabe. Es ist jetzt eine RX6400. Orientiert habe ich mich an der TBP:
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_AMD_graphics_processing_units
Eine RX550 wäre auch OK gewesen, allerdings habe ich gelesen, dass der Support für die Polaris Chips eingestellt wurde und weil ich mir wieder nicht sicher war, was das genau bedeutet, habe ich mich für die RX6400 entschieden. Die größte Sorge war der Lüfter. Da ansonsten komplett lüfterloses System, wird es nach einigen Stunden schon warm. Allerdings sind die ca. ~2200 Umdrehungen nach dem Einschalten und ~2400 Umdrehungen im Dauerbetrieb (Vermutlich die Wärme vom Kühler der CPU) bei Tage praktisch nicht hörbar und auch Nachtarbeittauglich. Perfekt, meine letzte Erfahrung mit einer Grafikkarte (so irgendwas um das Jahr 2000 mit Düsenjet Sound) habe ich aktualisiert 🙂
Ich habe keine Ahnung, warum du probleme mit einer nvidia hast. Wenn du nat. zockst oder so was versteh ichs schon.
Ich habe zwar eine in meinem P50 aber ich brauche sie nicht, ich nehm die auch enthaltene intel Karte aber nur weeil die weniger verbraucht funktionieren tun Beide und sogar das automatische Umschalten von einer Karte auf die andere (Applikationsabhaengig) funktioniert.
Ich habe gar keine onboard-Grafik mehr, wenn ich die hätte, würde mir die ausreichen und ich bräuchte keine extra Karte. Ich habe mir ca. 2021 ein Komplettsystem gekauft mit einer Ryzen CPU. Die zu der Zeit verfügbaren Boards hatte alle keine onboard-Grafik, deshalb habe ich mich für die kleinste passiv gekühlte Karte entschieden die der Händler verbaut hat, das war eben diese NVIDIA-Karte. Es war mir schlichtweg nicht bewusst, was das für mich bedeutet. Wobei mir schon klar ist, dass das hauptsächliche Problem ich selbst bin.
ah ok, bei PC’s kann ichs nicht sagen, da ich ausnahmslos (bis auf den server) lenovo notebooks verwende.
und fuer server brauch ich keine grosse graka. um ehrlich zu sein, ich weis nichtmal was in der ibm server blade drin ist.
War zu erwarten.
Aber von Fedora habe ich keine Ahnung, hab ich noch niemals benutzt.
Die letzte redhat die ich mal benutzt habe war DLD.
Hab’s in der Vergangenheit ein paar Mal angetestet, hab mich da allerdings nie zuhause gefühlt. Gab auch irgendwie Zicken mit Graka-Treibern oder Firmware, die nur über ein Community-Repo bereitgestellt wurden. Ist allerdings so lange her, dass ich gar nicht mehr weiß, ob es sich da um eine AMD oder NVidia Karte drehte.
Mochte auch die Syntax von yum/dnf nichts so. Fand da aus dem RPM Umfeld zypper deutlich angenehmer. Letzteres imho ein Paradebeispiel für gut gemachte CLI-Syntax.
Fedora verweigert sich leider immer noch allen Codecs und hat diese Politik in den letzten Jahren sogar noch verschärft, wodurch sie mittlerweile sogar ein kastriertes Mesa liefern. Wäre der Codec-Punkt nicht, hätte man fast ein perfektes Betriebssystem.
Zypper gefällt mir auch wesentlich besser, das ist einer der starken Punkte von openSUSE.
Als Alternative kann ich dir Fedora Silverblue empfehlen. Dort hat man kein yum/dnf, sondern das Paketmanagement findet über rpm-ostree statt, welches echt angenehm zu benutzen ist. Die Codec-Problematik ist dort weniger relevant, da in der Regel Flatpaks benutzt werden und diese bereits alle Codecs enthalten.
> Fedora die ideale Distribution und KDE Plasma der perfekte Desktop
Fedora, weil generell sehr experimentierfreudig und Neuerungen nicht abgeneigt? Aber warum ist Plasma der perfekte Desktop? Frag’ mich bitte nicht nach den Quellen … gefühlt meine ich, dass GNOME bezüglich Wayland als besser aufgestellt eingeschätzt/dargestellt/kolportiert wird?
Plasma ist unstrittig in allen Belangen der perfekte Desktop.
Natürlich.
Danke, das hätte ich fast vergessen. Meine Wärmepumpe im Keller sieht das auch so.
Sorry aber Du musst immer dazu sagen fuer Normalanwender.
😉
GNOME hat früher angefangen (aus logischen Gründen → Red Hat) mit der Integration und ist von daher etwas weiter, KDE hat aber gerade durhc den Schub mit Plasma 6 stark aufgeholt und liegt teilweise sogar vorne.
Danke.
Leider kann es nicht mal ausprobieren weil ich schon eine Odyssen mit dieser f*ucking NVIDIA Karte hinter mir habe und mir kwin_wayland die CPU frisst. 🙁
Ich würde ja mal mit Plasma 6 von KDE neon in einer VM testen.
Kannste doch im X11 Modus laufen lassen. BTW, seit gestern ist Version 6.0.1 draußen.
Ich hatte mit dem Thema NVIDA/Linux vorher keine Berührung und war mit der Tragweite nicht bewusst.
Zuerst dachte ich, dass der nouveau schon ausreichen würde um meine rudimentären bzw. minimalen Ansprüche (Ersatz einer über 10 Jahre alten onboard-Grafik) zu erfüllen. Tat er aber nicht, neben zu ertragenden Effekten wie krakelige Darstellung der Schriften, ist mir die Kisten ständig eingefroren oder der Desktop hat sich ansatzlos verabschiedet, Sitzung zurückgesetzt usw. Keine Lösung gefunden, dann eben doch die NVIDIA-Treiber, Bumm, heilige Scheiße! was für ein riesiges Thema … die Karte ist eine GT700, laut Meldung von NVIDIA am Schirm läuft diese nur mit dem 470er Treiber richtig (der soweit ich jetzt lesen konnte scheinbar nicht mit wayland will). Wie auch immer, da ich ein tumbleweed betreibe, ist es mir schon ein paar mal passiert, dass ich nach einem update des Kernels dann für eine unbestimmte Zeitspanne den vorherigen Kernel starten musste, bis die Kernelmodule von NVIDIA nachgezogen wurden. Aber auch wenn die Kernelmodule kompilieren, muss ich jedes mal acht geben, dass ich nicht verpasse die Schlüssel beim booten neu auszurollen… secure boot, kein Ahnung ob ich das überhaupt brauche …
Wie auch immer, die Tiefe und der Umfang dieser Themenfelder bzw. die daraus resultierenden, an mich gerichteten Anforderungen, kann ich derzeit nicht erfüllen. Ich will diesen Punkt einfach nur loswerden, ob X11 oder wayland ist dabei zweitrangig.
NVidia und rolling distro war schon immer schwierig. In dem Fall am besten einen LTS Kernel installieren. So war’s mit meiner letzten NVidia Karte einigermaßen erträglich. Ansonsten gab’s bei jedem Kernel Update Hackes.
Ich habe dann irgendwann auf AMD gewechselt. War meine erste AMD Karte seit 1999 oder so. Ausgerechnet die hat ein bisschen Probleme verursacht, weil da gerade die AMDGPU-Treiber neu rauskamen. Lief damals *nicht* mit den Auslieferungskerneln gängiger Distros. Also Mainline installieren und extra Kernel-Bootzeile, ansonsten schwarzer Bildschirm. Die letzten beiden AMD-Bretter liefen allerdings erste Sahne, ootb mit jedem Kernel, LTS/mainline/rc* – vollkommen egal.
Secure Boot habe ich auch nicht aktiviert. Ist doch eh nur Schlangenöl.
Falls Du es noch nicht wusstest: Du kannst mit zypper auch Pakete ganz einfach von Updates aussperren (zypper “al”).
Das habe ich jetzt mal so gemacht. Kernel fixiert und secure boot abgeschaltet.
Aus Fehlern lernt man … dummerweise nur aus den eigenen.
Aus dem Bauch heraus klingt GT700 für mich generell eher nach XFCE, LXQT oder LXDE, vielleicht noch MATE oder Cinnamon, wenn ich ehrlich bin..
Mit kleinen (insbesondere NVidia) Grafikkarten können Plasma-Effekte einem den ganzen Tag versauen.
Mein aktuelles Fedora Plasma System ist das Erste, dass ich fast dauerhaft unter Wayland betreibe (Radeon 6700XT). Krakelige Schrift gab es bei mir unter XWayland bei X11 Anwendungen zunächst auch. Das Problem wurde gelöst, indem ich in der “Anzeige-Einrichtung” unter “Herkömmliche Anwendungen (X11)” den Punkt “Skalierung selbst durchführen” aktiviert habe.
Ob es sich dabei um das gleiche Problem handelt, weiss ich natürlich nicht, ist aber vielleicht einen Versuch wert..
Die Sache mit den NVidia Treibern war auf jeden Fall auch bei mir der Grund beim ohnehin geplanten Kauf einer neuen Grafikkarte auf AMD umzusteigen, und das wiederum hatte zur Folge, dass ich von Linux Mint Cinnamon, welches unter NVidia problemlos funktionierte, auf Fedora Cinnamon umgestiegen bin, welches einfach viel neuere Software (Treiber, Mesa…) bot als Mint, was AMD Karten, mit denen man auch spielt zugute kommt. Beim Ausprobieren von Fedora Plasma unter Wayland, bin ich dann einfach dort geblieben.