Linux Mint 22 hört auf den Codenamen »Wilma«, basiert auf Ubuntu 24.04 LTS sowie Kernel 6.8 und wird bis 2029 unterstützt. Bei den Desktops besteht die Wahl zwischen dem hauseigenen Cinnamon 6.2 sowie Xfce 4.18 und MATE 1.26.
Cinnamon 6.2
Der hauseigene Cinnamon-Desktop, der in Version 6.2 ausgeliefert wird, führt die neue X-App GNOME Online Accounts GTK ein. Die Entwickler haben damit eine eigene Version von Online Accounts erstellt, die nicht auf der von GNOME verwendeten Designbibliothek Libadwaita basiert und somit besser mit dem Rest des Mint-Desktops harmonisiert. Als X-App kann sie unter anderem in Cinnamon, Budgie, Unity, MATE und Xfce verwendet werden.
Eine weitere neue App ist Element, ein Client für die Matrix-Plattform. Beim Start der App wird automatisch der Mint-Kanal geladen. Die App ersetzt den nicht mehr weiter entwickelten IRC-Client Hexchat, den die Entwickler ursprünglich mit einem eigenen IRC-Client ersetzen wollten, sich dann aber für Matrix entschieden haben. Der E-Mail-Client Thunderbird wird weiterhin als DEB ausgeliefert, während Ubuntu die Anwendung nur noch als Snap ausliefert.
Spices erweitert
Weitere Änderungen betreffen die Cinnamon Spices genannten Add-ons, die jetzt konfigurierbare Tastenkombinationen unterstützen und das Mint-Menü, das einen Unterpunkt für Wissenschaft erhielt. Bei aktiver VPN-Verbindung hängt jetzt ein Vorhängeschloss an den Netzwerksymbolen. Der Umschalter für die virtuellen Arbeitsflächen erlaubt künftig das Entfernen einer Arbeitsfläche per Mittelklick. Das User-Applet unterstützt nun die Anzeige von Profilbildern im Panel.
Nur überprüfte Flatpaks
Die App mintinstall zum Installieren von Software bietet eine gute Integration zum Auffinden und Installieren von Flatpak-Anwendungen auf Flathub. Allerdings werden standardmäßig seit Kurzem nur verifizierte Flatpaks angezeigt. Der Anwender kann diese Einstellung über einen Schalter übergehen. Danach werden nicht verifizierte Flatpaks zwar angezeigt, sind aber am Ende der Suchergebnisse angesiedelt. Der ungeprüfte Status wird rot hervorgehoben und es werden keine Bewertungen oder Kommentare für diese Apps angezeigt.
Weniger Platz benötigt
Um Platz zu sparen, werden vorinstallierte Pakete für andere Sprachen als Englisch und die bei der Installation gewählte Sprache an deren Ende entfernt. Die Software-Quellen haben Unterstützung für das neue Debian DEB822-Format erhalten. Die HiDPI-Unterstützung wurde in der Boot-Sequenz, in Plymouth und im Slick-Greeter verbessert.
Da mit Ubuntu 24.04 weitere GNOME-Apps auf Libadwaita basieren, wurde der GNOME Font Viewer aus Mint entfernt. Die Apps Celluloid, GNOME Calculator, Simple Scan, Baobab, System Monitor, GNOME Calendar, File Roller und Zenity wurden auf ihre GTK3-Version zurückgeführt.
Weitere Einzelheiten vermitteln die Release Notes. Linux Mint 22 steht im Download-Portal des Projekts zum Herunterladen bereit.

Ich wollte kommentieren, dass ein/zwei mehr Bilder der News ganz gut getan hätten, aber dann habe ich gesehen, dass selbst die offizielle Webseite da praktisch nichts bietet.
Irgendwie merkt man dem ganzen doch an, dass es mehr oder weniger nur ein Ein-Mann-Projekt ist. Auch die Tatsache, dass es für eine Distribution die auf Ubuntu 24.04 basiert doch ein ziemlicher später Release ist.
(Trotzdem freue ich mich natürlich für alle Nutzer von Linux Mint, und werde es vielleicht auch selbst mal in einer VM ausprobieren.)
Wenn es meine Zeit erlaubt und ich Lust habe, starte ich neue Distributionen in Unraid als VM und mache ein paar Screenshots. Bei Mint ist das jedoch relativ langweilig. Das wird in den nächsten Tagen bei der Vorstellung von Vanilla OS 2 »Orchid« ganz anders. Da freue ich mich bereits drauf.
Mint 22 ist eben ein alter Wein in neuen Schläuchen. An der Oberfläche hat sich nichts geändert, aber unter der Haube wurde die Basis aktualisiert. Das hat Vorteile, viele schätzen die stabile Grundlage von Mint/Cinnamon, die Frage ist aber ob man das so ewig weiterführen kann. Es fehlen eben so einige für die Zukunft wichtige Sachen.