Flathub als die meistgenutzte Plattform für distributionsübergreifende Flatpaks ist eine Open-Source Erfolgsgeschichte. 2018 wurde aus dem ein Jahr zuvor vorgestellten Flatpak-Hub mit einem neuen Design die heute bekannte Plattform Flathub. Im April 2023 erfuhr Flathub ein weiteres Redesign mitsamt Rebranding.
Schnelles Wachstum
Die Zahlen sind beeindruckend: Die Zahl der Apps wird bald 2500 erreichen, die Zahl der Downloads von der Plattform liegt bei über 1,5 Milliarden. Im April 2023 drückte sich das mit täglich 700.000 Downloads mit einem Datenstrom von 88.3 TByte aus.
Die angebotenen Apps werden oft direkt vom Entwickler bereitgestellt und viele neue Apps nehmen den direkten Weg zu Flathub und nicht in die Archive der Distributionen. Dabei gibt es Argumente pro und kontra, wie sich das letztlich austariert, bleibt abzuwarten.
Teils schlechte Metadaten
Aber mit dem schnellen Wachstum wuchsen auch die Probleme. Die drückten sich hauptsächlich in immer mehr Apps mit ungenügenden Metadaten wie unansehnlichen Icons und wenig attraktiven Screenshots aus. Das bedauerliche Ergebnis des Status quo bei der Qualität der Metadaten ist, dass viele Apps für neue Nutzer nicht gerade einladend aussehen und es schwierig ist, wirklich hochwertige Apps unter den anderen zu finden.
Die Diskussion darüber, wie dem abzuhelfen sei, brachte zwei Erkenntnisse:
- Messlatte für Metadaten bei allen Apps soll angehoben werden
- Einführung einer Kuratierung, um die besten Apps hervorzuheben
Um den Uploadern von Flatpaks einen Leitfaden für die gewünschte Qualität der Metadaten an die Hand zu geben, wurde eine neue Seite mit Dokumentation eingerichtet. Darin werden klare Vorgaben für Namen, Beschreibungen, Screenshots und Release Notes gemacht.
Bessere Dokumentation
Die Entwickler hoffen, mit einer besseren Dokumentation und der Unterstützung von Entwicklern zu einer soliden Reihe von Anwendungen mit qualitativ hochwertigen Metadaten zu gelangen, die die Grundlage für eine Kuratierung darstellen. Dabei ist an unter anderem an kuratierte Listen von Apps, saisonale und thematische Empfehlungen sowie an redaktionelle Blogbeiträge gedacht. Den Anfang sollen einfache Banner auf der Homepage machen, um Besuchern das Auffinden neuer, attraktiver Apps zu erleichtern.
Wer aktuell Flatpaks auf der Plattform betreut, kann eine Bewertung der Metadaten seiner Apps eventuell zum Anlass nehmen, seine Metadaten anhand der Dokumentation zu überprüfen.

Ich würde cool finden, wenn man sich bei Flathub einen Account anlegen könnte, um die Anwendungen bewerten zu können, so wie es im Software Manager von Linux Mint gehandhabt wird. Keiner wäre gezwungen ein Konto zu haben und die, die es möchten können bewerten und man würde trotzdem mit seiner Bewertung Entwicklern helfen, besser gefunden zu werden bzw. lassen sich Ideen / Wünsche schneller kommunizieren als über einen Thread in Github.
Von Apple ist man sowas ja gewohnt… Unter Linux erscheint eine derartige Liste mehr wie Gängelung. Bei den Icon-Beispielen ist nicht einmal bei allen eindeutig klar, was denn eigentlich das Problem damit ist.
Es scheint ernsthaft erwartet zu werden, dass das Icon oder gar der Name des Programms extra für Flathub geändert wird. Und wie soll ein ganzes Release / eine Programmbeschreibung / … in der gewünschten Kürze für wissbegierige Linux-Nutzer informativ genug sein?
Nun gut, die Webseite habe ich auch noch nie genutzt, und sehe bei der Kürze der Informationen, die nun dort empfohlen wird, auch wenig Sinn darin, das in Zukunft zu tun.
Unter der ‘Qualitätsoffensive’ aus dem Titel habe ich mir irgendwie was Sinnvolleres vorgestellt als rigides Verkürzen/Vereinfachen der Metadaten eines Programms (z.B. Aktualität, und damit weniger parallele Gnomes, KDEs und Mesas benötigt werden, oder umfangreichere Informationen).
Bei den Vorgaben geht es ja primär um die kuratierten Programme – dass dafür gewisse Vorgaben für die Qualität der Icons etc pp gemacht werden finde ich jetzt nicht verkehrt. Die Kuratierung wird sicher auch etwas Arbeit machen, diese will man natürlich auf Programme verwenden, die eine entsprechend stimmige Nutzererfahrung bieten.
Von dem her kann ich die Kritik daran jetzt nicht wirklich nachvollziehen. Ausser natürlich ich habe irgendwas komplett falsch verstanden