Red Hat und IBM

RHEL 10 kommt ohne X.Org-Server

Jetzt ist es offiziell: Red Hat hat für RHEL10 beschlossen, dass die in der ersten Jahreshälfte 2025 erwartete Distribution keinen X.Org Server mehr mitbringt. Wayland stellt dann allein die Display-Sitzung, eine alternative X11-Sitzung ist nicht mehr vorgesehen. Apps, die damit 2025 weiterhin nicht klarkommen, werden durch das bereits im Frühjahr 2021 aus X herausgelöste Xwayland dargestellt. Die Entscheidung kommt nicht überraschend, war doch X11 bereits in RHEL 9 als veraltet markiert.

Das geht aus einem Eintrag im Blog des Unternehmens hervor. Red Hat-Entwickler Carlos Soriano Sanchez schrieb dazu:

Das Ergebnis der Bewertung ist, dass es zwar immer noch einige Lücken und Anwendungen gibt, die ein gewisses Maß an Anpassung erfordern, wir aber glauben, dass die Wayland-Infrastruktur und das Ökosystem in guter Verfassung sind und dass wir auf einem guten Weg sind, die identifizierten Blockaden bis zur Veröffentlichung von RHEL 10, die für die erste Hälfte des Jahres 2025 geplant ist, zu beseitigen. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, den Xorg-Server und andere X-Server (außer Xwayland) aus RHEL 10 und den folgenden Versionen zu entfernen.

Red Hat

Diese Entscheidung bedeutet auch, dass der X.Org-Server noch weniger Maintenance über die Betreuung von Bestandskunden hinaus mehr erhält, war doch Red Hat in den vergangenen Jahren der einzig nennenswerte verbleibende Maintainer und Release-Manager der über 30 Jahre alten Software.

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8 Kommentare

  1. Wenn sie jetzt die gesparte Arbeitszeit in Wayland investieren, ist ja alles OK. Da sind immer noch offene Baustellen, die jetzt schmerzlich zu Tage treffen wo wir alle umgestellt haben. Ich fahre schon seit einiger Zeit Wayland – aber es ärgert mich immer noch, daß ich:

    • keine GUI Programme mehr remote starten kann ohne einen riesigen Kladderadatsch aus kvm/spice/vnc mitzuschleppen. (auch der härteste Kommandozeilenverfechter braucht das hin und wieder einmal – halt aber nicht oft genug, daß sich eine “große Lösung” lohnen würde. ) Waypipe funktioniert da nicht richtig – das Fenster erscheint zu oft auf dem Rechner, wo die Anwendung läuft und nicht auf dem vor dem ich sitze. 🙁 Die Begründungen sind fadenscheinig – also wird sich da nicht so bald etwas ändern. Läuft das Programm nicht nativ als Wayland dann hat man sowieso geloost.
    • Software – Videoswitches nicht funktionieren. Sorry für die Dekadenz – ich habe mehrere Rechner für mehrere Kunden mit mehreren Bildschirmen im Zugriff und will die Maus huuusch über vier Schirme hinweg sausen lassen – nur um da kurz etwas zu bestätigen, über die eine Tastatur etwas einzugeben usw. Geht mit Wayland auch noch nicht.

    Allzuviel neckern dann doch nicht, denn Bildschirm Teilen mit den üblichen Browsern funktioniert mittlerweile auch mit Wayland. 🙂

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      1. “Damals, also 1987 war X11 ist in erster Linie ein Anzeigeprotokoll, d.h. es wurde für die Darstellung von Grafiken über das Netz entwickelt.” -Wikipedia

        Heute wollen Nutzer Fenster mit Runden Ecken, Theming und schöne Effekte, zocken und Multi-Monitore mit unterschiedlichen hZ und weis der Geier. Leider finde ich das Video nichtmehr wo ein X Entwickler der ersten Stunde darüber plaudert und selbst sagt das es mitlerweile ein absoluter Horror ist diesen Codekrampf zu pflegen und die es immerwieder geschafft haben die Wünsche der Nutzer umzusetzten. Das ist wohl bald vorbei. Ich bin seitdem Pulseaudio an den Start ging dabei. Was war das geschrei groß. Nun ist daraus Pipewire entsprungen und alle so : YEAH! Wayland ist zwar auch schon 10 Jahre alt aber erst jetzt kommt richtig fahrt auf. Das Groß der Entwickler weis schon wieso Wayland. Ausserdem, das ist Linux. Wer will kann ja ins Archiv abwandern oder nutzt Distros wie Linux Mint oder Denuvo etc.

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