Wie nicht anders zu erwarten, treibt Canonical die Umstellung auf das Snap-Format auch mit Ubuntu 24.04 LTS »Noble Numbat« weiter voran. Während bei Ubuntu 22.04 LTS der E-Mail-Client Thunderbird noch als Debian-Paket ausgeliefert wurde, bietet Ubuntu 23.10 bei der standardmäßigen Minimalinstallation Thunderbird nicht vor. Wenn es der Anwender nachinstalliert, erhält er ein Snap, das aus dem Debian-Paket erstellt wurde.
Thunderbird-Snap aus den Quellen
Bei Ubuntu 24.04 LTS soll Thunderbird nur noch als Snap angeboten werden. Das Paket wird aber nicht wie bisher aus dem DEB gebaut, sondern direkt aus dem Quellcode. Das teilt Entwickler Sebastian Bacher auf Discourse.Ubuntu mit. Dabei lehnt sich die Paketierung an die von Firefox an, dessen Snap bereits länger direkt aus dem Quelltext erstellt wird. Dieses Vorgehen hat laut Bacher einige Vorteile.
Einige Vorteile
So erlaubt das Bauen aus dem Quellcode, Thunderbird auch auf anderen Architekturen als amd64 zu bauen sowie das Snap konformer mit den Ubuntu-Standards zu machen. Zudem soll es einfacher werden, das Snap auf ältere Ubuntu-Versionen zurückzurollen. Das Thunderbird-Snap zielt natürlich auch auf Canonicals Immutable-Distribution Ubuntu Core Deskop ab, die ebenfalls mit Ubuntu 24.04 veröffentlicht werden soll.
Profil vorher sichern
Wer das aus den Quellen gebaute Snap von Thunderbird testen möchte, kann das mit dem Befehl snap install --beta thunderbird tun. Ist bereits ein älteres Thunderbird-Snap vorhanden, so ist install durch refresh zu ersetzen. Bacher weist darauf hin, dass vorher das Profil unter ~/snap/thunderbird gesichert werden sollte, da die Installation des neuen Snap das Profil aktualisiert und es mit älteren Versionen der Software inkompatibel macht. Ob das derzeit noch bei Ubuntu 24.04 Daily vorinstallierte Debian-Paket von Thunderbird bei Veröffentlichung von Ubuntu 24.04 noch als Übergangspaket ausgeliefert werden wird, ist derzeit noch unklar.
Auf der am vergangenen Wochenende abgehaltenen Entwickler-Konferenz hielt Till Kamppeter einen Vortrag zu Snap und Ubuntu Core Desktop.

Wundert mich nicht, dasselbe Spiel wie bei Firefox und Chromium.
Für einen Linux-Mint-User ärgerlich, aber das wird schon.
Du kannst dir auch dein FF/chromium paket selbst bauen (geht fix), oder das von debian nehmen.
Bin mal gespannt, wann es den Kernel auch als Snap gibt. Ich sehe hier das gleiche wie mit Docker: In Container pressen, ob es Sinn macht oder nicht.
Den Kernel gibt es bereits als Snap.
Während Flatpak sich auf die Bedürfnisse von Anwendungen beschränkt, bringt Snap auch die technischen Voraussetzungen mit, um jede Art von Software zu installieren.
Mit dem Aufkommen unveränderlicher Betriebssysteme bzw. Kernel würde die Installation eines Kernels per Snap-Paket schon Sinn ergeben. Das duale Paketsystem bei Flatpak, wo Flatpak für die Anwendungen und mindestens ein weiteres Paketsystem für den Kernel, die Treiber, usw. nötig sind, macht IMHO wenig Sinn.
Ja Canonical will halt sein snap so viel wie moeglich fuer ubuntu nutzen und so gewisse Abhaengigkeiten schaffen.
Das ist allerdings vollkommen egal, da es genug ubuntu Derivate gibt, die snap sogar bei sich rausschmeissen.
Also kein Grund zur Sorge.
Kann allerdings auch dazu fuehren, das noch mehr Derivate dann zu Debian wechseln als Basis.
Bei allen Ubuntu-Flavours ist Snap vorinstalliert.
Linux Mint z.b. nicht, um nur eins zu nennen. Aber es ist ja auch nicht schwer, snap los zu werden. Allerdings wird col dran arbeiten es fest zu integrieren. Aber das waere nicht so gut fuer ubuntu allgemein.
Aber die Frage ist auch warum ubuntu ditribution? Warum nicht baseinstall und dann alles was man echt nur braucht nach installieren? X o. Wayland, Desktop, Programme.
Ist ja auch kein hexenwerk.
Kein Problem damit und das ewige Lamentieren hat auch einen Bart sorry.
So wie über systemd?
Ich hasse snap. Es reicht dafür schon der Grund, dass ich Firefox plötzlich neu starten muss. Mir vollkommen egal, wie sinnig das für den Durchschnittsuser ist. Für mich ist es absolute Bevormundung. Ewig lange Artikel in nem WebUI verfasst -> Weg.
Grade komplexe Dinge im Online-Banking am machen… -> Weg.
Browser-Spiel spielen: Runde verloren.
Und da ich das nicht zulasse, verschwindet bei mir snap(-distris). Geiches gilt übrigens für flatpack.
P.S.: Ich finde es total schlecht, dass Canoncial versucht, zu einer Art MS zu werden. Wenn ich Windows als Linux will, dann verwende ich WSL. Und in 5-10 Jahren verwendet MS doch eh nen Linux-Kernel für Windows…
musste FF nur nach dem booten neu starten als was soll’s…
nach dem Start und alles ist Fresh 😉 und das seit Jahren
Die Mehrheit der PC-Nutzer hat mit dem Verhalten von Microsoft kein so großes Problem als dass sie auf Microsoft Windows und dessen Telemetriefunktionen verzichten würden. Ganz im Gegenteil. Einige zahlen sogar Geld für die Nutzung zusätzlicher Microsoft-Produkte (z. B. Microsoft Office), die ebenfalls voll mit Telemetriefunktionen sind. Kostenlose Open-Source-“Alternativen” ohne Telemetriefunktionen sind oft dann doch kein vollwertiger Ersatz für einen etablierten Branchenstandard.
Viele andere Distributionen basieren auch auf Ubuntu, weil Canonical dann doch viel gute Arbeit für Linux auf dem Desktop macht.
Für den Linux-Desktop-Durchschnittsnutzer ist Fedora, Red Hats Testumgebung für neue Funktionen in RHEL, keine gute Alternative zu Ubuntu.
Ich find lustig, wie dieses Distributions hin oder her hier wieder stattfindet. … Man Leute ubuntu macht nichts anderes (alle Distro’s) wie die verfuegbaren frei zugaenglichen Programme zu vereinen und abzustimmen. Das kann auch jeder selbst tun, dafuer braucht es keine Distribution.
Die meisten nehmen nur die Base einer Distribution und installieren dann drauf, was sie brauchen.
Stimmt. Das was man in aktueller Form braucht, hängt man sich doch eh als PPA rein.
Je mehr Snap bei Ubuntu verwendet wird, desto mehr Leute werden zu Alternativen abwandern. Linux Mint wird sich langsam überlegen müssen, ob es noch sinnnvoll ist, an Ubuntu als Unterbau festzuhalten.
Warum? Die Leute, die Ubuntu bereits verwenden, verwenden auch bereits Snaps. Diejenigen, die Snaps nicht mögen, haben Ubuntu schon länger den Rücken gekehrt.
Ich bin ja gespannt, ob es bald Tuxedo OS Debian Edition geben wird. Zumindest gefühlt ist es doch so, dass immer weniger Leute Ubuntu mögen – ob direkt oder als Basis für ein Derivat.
Glaube ich kaum. Auf welcher Basis sollte das passieren? Stable? Eher nicht, weil zu alt. SID?
Zu oft und zu viele Updates (außer in Freeze-nzeiten). Ubuntu liegt zwischen Aktualität und Stabilität (=Unveränderlichkeit) irgendwo da in der Mitte und bietet einen guten Kompromiss.
Wie ist denn mittlerweile Testing bei dEbian einzustufen? Hab schon länger nicht mehr da reingeschaut.
Ich glaube das kommende Ubuntu LTS 24.04 wird nicht so viel aktueller sein als Debian 12. Gerade z.B. was das für Tuxedo wichtige KDE angeht.
Und wie ich es sehe gibt es Grund zu der Annahme, dass es mit Ubuntu 26.04 und Debian 13 nicht viel anders sein wird. Für den Nachteil der etwas weniger aktuellen Pakete, spart man sich das “Entsnappen” und man weiß, dass man auf eine Basis mit einer sympathischeren Philosophie setzt.
Genau: SID (Debian Unstable) ist viel zu viel “in Entwicklung”.
So gut wie keine Distribution basiert auf Debian Testing, weil Sicherheitsupdates nicht immer zeitnah eingepflegt werden – wird auch offiziell von Debian darauf hingewiesen.
Gerade bei Gnome ist der Sprung zwischen Debian 12 und Ubuntu 24.04 riesig: Gnome 43 vs Gnome 46.