Vor einem Monat berichteten wir über Mozillas Vorhaben, seinen Browser ab dem heute veröffentlichten Firefox 154 alle zwei Wochen anstatt wie bisher einmal monatlich zu aktualisieren.
Auf Firefox folgt Thunderbird
Nach Firefox beschleunigt jetzt auch Thunderbird seinen Veröffentlichungszyklus. Ab September sollen neue Hauptversionen des E-Mail-Clients ebenfalls im Abstand von zwei statt wie bisher vier Wochen erscheinen. Konkret sollen die Code-Übernahmen vom Entwicklungszweig in den Beta-Zweig sowie von Beta in den Release-Zweig künftig alle zwei Wochen stattfinden. Bisher erfolgen diese Merge-Prozesse alle vier Wochen. Damit gelangen fertig entwickelte und bereits getestete Neuerungen schneller aus den Daily Builds über die Beta-Version in die reguläre Veröffentlichung.
ESR nicht betroffen
Die Änderung betrifft den regulären Release-Kanal von Thunderbird. Erst im vergangenen Jahr hatte das Projekt diesen als Alternative zum jährlichen ESR-Modell etabliert und damit begonnen, Anwender monatlich mit neuen Funktionen zu versorgen. Mit Thunderbird 153 »Meadow« erschien im Juli die aktuelle ESR-Version; gleichzeitig verweist das Projekt Anwender, die Neuerungen früher erhalten möchten, ausdrücklich auf den regulären Release-Kanal.
Änderungen gelangen schneller zu den Anwendern
Hintergrund der Umstellung ist Firefox. Mozilla will Firefox Desktop und Android ab September versuchsweise ebenfalls alle zwei Wochen veröffentlichen. Firefox 155 soll deshalb bereits am 1. September statt wie ursprünglich geplant am 15. September erscheinen. Mozilla betont, dass die kürzere Kadenz nicht bedeute, Funktionen in der Hälfte der bisherigen Zeit fertigstellen zu müssen. Vielmehr sollen fertige Änderungen schneller zu den Anwendern gelangen.
Sync mit Firefox
Für Thunderbird ist die Synchronisierung mit Firefox besonders relevant, da der Mailclient auf Mozillas Plattform aufbaut und Änderungen von dort regelmäßig übernimmt. An der grundsätzlichen Aufteilung in Daily-, Beta- und stabile Releases ändert der kürzere Zyklus nichts. Für Anwender bedeutet die Umstellung vor allem, dass neue Funktionen und größere Änderungen künftig schneller im regulären Thunderbird ankommen.
