Linus Torvalds

Torvalds: Fork it or walk away

Manchmal reicht ein einziger Satz, um wochenlange Debatten zu beenden. Das gilt zumindest dann, wenn er von Linus Torvalds kommt. Auf der Linux-Kernel-Mailingliste hat der Kernel-Chef kürzlich klargestellt, dass Linux kein Anti-KI-Projekt ist und das auch nicht werden wird.

Sashiko als Auslöser

Auslöser war eine Diskussion über den Umgang mit KI-gestützten Beiträgen, befeuert unter anderem durch Empfehlungen der Software Freedom Conservancy zum Einsatz von LLM-basierten Systemen bei FOSS-Beiträgen sowie durch den zunehmenden Einsatz von Sashiko, einem KI-gestützten Tool zur automatisierten Code-Review im Kernel. Einige Entwickler äußerten sich in dem Zusammenhang deutlich ablehnend gegenüber KI-Werkzeugen.

Kein Social-Warrior-Projekt

Torvalds widersprach in gewohnt undiplomatischer Deutlichkeit: Wer ein Problem damit habe, könne den Kernel forken oder das Projekt verlassen. KI sei ein Werkzeug wie jedes andere und ein nützliches obendrein. Das vor einem Jahr noch strittig gewesen, stehe heute jedoch nicht mehr zur Debatte. Zugleich betonte er, dass Linux nie ein Social-Warrior-Projekt gewesen sei: Man betreibe Open Source, weil es zu besserer Technik führe, nicht aus ideologischen Gründen. Entscheidungen fielen nach technischen Kriterien, nicht aus Angst vor neuen Werkzeugen.

Technik, nicht Ideologie

Ganz unkritisch sieht Torvalds die Entwicklung aber nicht. Bereits mehrfach hat er öffentlich seinem Ärger Luft gemacht, wenn jemand ungetesteten KI-generierten Schrott einreichte und den Maintainern die Nacharbeit überließ. Genau das habe ihn bislang eher in die Nähe der KI-Kritiker gerückt, obwohl sein eigentliches Problem die Schlamperei sei, nicht die KI selbst. Die Botschaft an die Kernel-Community ist damit unmissverständlich: Technik entscheidet, nicht Ideologie.

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3 Kommentare

  1. Linus Torwald sagt was er für richtig hält – unverblümt, klar und ummißverständlich.
    In dieser völlig verqueren Zeit genau der Ton, der zwingend notwendig ist, den aber viele idologisch-moralisch Verirrte schon im Ansatz mißverstehen (wollen).

    Dazu nicht in spätestens jedem 2.Wort ein unsinniges “Bitte”, wenn es doch um eine strikte Anweisung oder gar Befehl handelt
    (Erschießungskommande bitte aufgepaßt! Bitte jetzt schießen!)

    Linus ist einer der wenigen Aufrichtigen; ich bin so, so froh, daß es solcher Art Menschen nocht gibt.

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  2. Diese konsequente Unmissverständlichkeit gefällt mir. Sollen sich doch die ganzen Social Warriors in die Bedeutungslosigkeit forken. Denn das ist der wahre Grund, warum Software frei sein sollte. Wenn einem etwas nicht passt, kann er gehen und es versuchen auf seine Art zu machen. Ideologisch reinzureden, wie Software XYZ zu sein hat, ist das Gegenteil von frei.

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