Im Oktober 2022 berichteten wir zuletzt über das Projekt Rolling Rhino Remix, das 2020 aus einem Hobbyprojekt von Martin Wimpress, dem damaligen Leiter der Abteilung Ubuntu-Desktop bei Canonical entstanden war, um Ubuntu als Rolling Release zu realisieren. Jetzt liegt mit Rhino Linux 2023.1 die erste stabile Veröffentlichung des daraus entstandenen Projekts vor.
Ubuntu Rolling
Rhino Linux basiert auf Xfce 4.18, modifiziert diese Umgebung aber zum hauseigenen Desktop »Unicorn«. Hinzu kommt der App Grid von GNOME und das Xfce Panel wird durch Plank ersetzt. Alternativ lassen sich die vorinstallierten Anwendungen per Rechtsklick → Applications durchstöbern. Im Gegensatz zu Ubuntu erhält der Anwender gleich nach dem ersten Start die Möglichkeit sich für zusätzliche Paketquellen zu entscheiden. Dabei ist neben Snap und App Image auch das bei Ubuntu seit einiger Zeit nicht mehr ausgelieferte Flatpak im Angebot.
3 Paketmanager
Als Paketmanager kommt Pacstall ins Spiel, eine vom AUR inspirierte Anwendung, die aus pacscripts genannten Rezepten zur Installation bereite Pakete erstellt. Damit nicht genug, ist mit rhino-pkg ein weiterer Paketmanager im Angebot, der Pakete wie Deb, Flatpak oder Snap handhaben kann. Zudem ist auch Nala installiert, eine Alternative zu APT. Die Entwickler empfehlen allerdings die Verwendung von rhino-pkg. Auf [Super]+[S] liegt der Ulauncher, ein flexibler und erweiterbarer Anwendungsstarter, der, ähnlich wie KRunner bei Plasma, über eine Vielzahl an Erweiterungen verfügt.
Aktuelle Pakete
Unter der Haube werkeln Kernel 6.4, systemd 253 und Mesa 23.1.3. Auch die weiteren vorinstallierten Anwendungen sind, wie es sich für ein Rolling Release gehört, auf einem aktuellen Stand. Die Installation der Distribution übernimmt Calamares. In der Quellenliste sind lediglich Ubuntu-Repositories mit den Komponenten main, restricted, universe und multiverse eingetragen.
Für eine erste stabile Veröffentlichung kann Rhino Linux durchaus mit innovativen Ideen aufwarten. Wer allerdings Ubuntu- oder Xfce-Feeling erwartet, der wird enttäuscht. Für alle anderen ist Rhino Linux allemal einen Blick wert.

Ich habs mir angeschaut. Macht einen guten Eindruck aber was garnicht geht.
Es ist sau langsam auf schwächeren Rechnern.
Ein Linux muss unkompliziert und schnell sein, auch auf schwächerer Hardware.
Warum sollte das so sein?
Für schwache Hardware gibt es spezielle Distros.
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn es auch auf alter/ schwacher Hardware gut laufen würde. Wenn die Entwickler das aber nicht als Ziel haben und daher z.B. nicht darauf achten, dass nur essentielle Prozesse gestartet werden, dann läuft’s auf schwacher Hardware halt nicht.
Vllt. ist es aber auch ein Bug in einer der selbst entwickelten Erweiterungen… dann sollte man es den Entwicklern mal melden, damit die schauen, ob da irgendwas ein Speicherleck hat oder CPU-Zyklen frisst wie bescheuert.
> Wer allerdings Ubuntu- oder Xfce-Feeling erwartet, der wird enttäuscht. Für alle anderen ist Rhino Linux allemal einen Blick wert.
Warum? Weil zu unstable?
Wieso unstable? Es fühlt sich weder wie Ubuntu oder Xfce an noch sieht es so aus. Wer das erwartet, wird enttäuscht.
Ach so, alles klar. 🙂