KDE Plasma

Ausblick auf Plasma 6.8

Mit Plasma 6.7 ist die aktuelle Version des KDE-Desktops gerade erst erschienen, doch die Entwicklung von Plasma 6.8 läuft bereits auf Hochtouren. Erste Informationen dazu vermittelt Nate Graham im KDE-Blog. Die nächste Ausgabe wird voraussichtlich im Oktober 2026 veröffentlicht und markiert einen der größten Umbrüche in der Geschichte des Projekts: Plasma wird erstmals vollständig auf Wayland setzen.

Plasma 6.8 wird Wayland-exklusiv

Die wichtigste bereits bestätigte Änderung betrifft die Unterstützung von X11. Plasma 6.7 ist die letzte Version, die noch eine klassische X11-Sitzung anbietet. Ab Plasma 6.8 entfällt die Auswahl zwischen X11 und Wayland auf dem Anmeldebildschirm vollständig. KDE entfernt sämtliche X11-spezifischen Codepfade aus Plasma Shell, Systemeinstellungen und der Geräteverwaltung. KDE verspricht sich von diesem Schritt weniger Altlasten im Code, schnellere Entwicklung sowie neue Möglichkeiten bei Performance-Optimierungen und zukünftigen Funktionen.

Für die meisten Anwender dürfte die Umstellung allerdings kaum sichtbar sein. Nach Angaben der KDE-Entwickler verwenden bereits mehr als 95 Prozent der Plasma-6.6-Nutzer Wayland. Klassische X11-Anwendungen bleiben weiterhin lauffähig, da Plasma auch künftig auf XWayland als Kompatibilitätsschicht setzt.

Besseres Monitor-Handling

In den Anzeigeeinstellungen werden Monitore künftig nicht mehr nur als nummerierte Rechtecke dargestellt. Stattdessen zeigt Plasma zusätzliche Informationen direkt in der grafischen Übersicht an, etwa den tatsächlichen Modellnamen des jeweiligen Displays. Mit der zusätzlichen farbigen Codierung lässt sich wesentlich leichter erkennen, welcher Eintrag welchem physischen Monitor entspricht.

Gerade bei Set-ups mit zwei oder mehr baugleichen oder ähnlichen Bildschirmen war bisher oft Ausprobieren nötig, um den richtigen Monitor zu identifizieren. Die neue Darstellung soll die Konfiguration von Anordnung, Auflösung und Skalierung deutlich vereinfachen.

Verbesserungen für die Systemüberwachung

Neben dem großen Architekturwechsel zeichnen sich bereits weitere funktionale Neuerungen ab. So erhält der KDE-Systemmonitor Unterstützung für Intels modernen Xe-Grafiktreiber. Besitzer aktueller Intel-Grafiklösungen können deren Auslastung und weitere Messwerte künftig direkt über die Plasma-Werkzeuge überwachen.

Discover geht vorsichtiger mit Daten um

Auch KDE Discover wird weiter verbessert. Entfernen Anwender künftig die Daten einer nicht mehr installierten Flatpak-Anwendung, landen diese zunächst im Papierkorb, statt sofort unwiderruflich gelöscht zu werden. Das reduziert das Risiko versehentlicher Datenverluste.

Feinschliff unter der Haube

Wie bei jeder neuen Plasma-Version arbeiten die Entwickler parallel an zahlreichen Fehlerkorrekturen. Bereits für Plasma 6.8 vorgesehen sind unter anderem Verbesserungen in KWin zur Vermeidung von zwei bekannten Absturzursachen sowie Anpassungen, die Flackern reduzieren sollen, wenn Discover nach Aktualisierungen sucht. Plasma 6.8 zeigt zudem Benachrichtigungen über einen niedrigen Akkustand auch in Vollbild-Apps an, sodass beim Spielen oder bei der Nutzung anderer Vollbild-Apps die Akkuladung nicht unbemerkt zur Neige geht.

QML-Apps nutzen künftig den Color-Picker von KDE anstatt wie bisher den bei Qt integrierten. Bei der virtuellen Tastatur zeigt ein längerer Tastendruck nun mehrere alternative Zeichen mit länderspezifischen Akzenten und anderen Auszeichnungen.

Noch einige Monate Entwicklung

Bis zur geplanten Veröffentlichung im späten Herbst bleibt Plasma 6.8 noch mehrere Monate in Entwicklung. Entsprechend ist davon auszugehen, dass KDE in den kommenden Wochen weitere Funktionen vorstellen wird. Schon jetzt steht jedoch fest: Die nächste Plasma-Version wird weniger durch neue Widgets oder Oberflächenänderungen in Erinnerung bleiben als durch den endgültigen Abschied von X11 nach drei Jahrzehnten KDE-Geschichte.

Teilt den Beitrag, falls ihr mögt

Kommentar hinterlassen