Im Linux-Kernel wurden mehrere Sicherheitslücken entdeckt, die zu einer Rechteausweitung, einem Denial-of-Service oder zum Verlust von Informationen führen können. Insgesamt werden mit DSA-6415-1 28 Lücken geschlossen, von denen zwei durch ihren Schweregrad herausragen.
SCTPhantom
Am höchsten eingestuft ist CVE-2026-64564, getauft »SCTPhantom«. Der Fehler steckt in der Verwaltung dynamischer Adressen des Stream Control Transmission Protocol (SCTP). Der Kernel greift dabei unter bestimmten Bedingungen auf Speicher zu, der bereits freigegeben wurde (Use-after-free). Diese Lücke schlummerte nach Angaben von Sicherheitsforschern rund 18 Jahre im Kernel und erlaubt es einem lokalen, unprivilegierten Nutzer, Root-Rechte zu erlangen und aus Containern auszubrechen. In Tests klappte das bei sechs von acht Angriffsversuchen. Betroffen waren unter anderem Debian 13 selbst, Ubuntu 24.04 und Rocky Linux/RHEL 9.
Zapscape
Die zweite prominente Lücke, CVE-2026-64561 alias »Zapscape«, steckt im Code der Memory Management Unit (MMU) von KVM. Sie kann einem Root-Nutzer innerhalb einer virtuellen Maschine helfen, auf den Host zuzugreifen, oder Angreifern erlauben, über eine präparierte Gast-VM den Host-Kernel anzugreifen.
Die übrigen 26 CVEs betreffen kleinere Fixes in Bluetooth-QCA-Treiber, mac80211-WLAN-Stack, dem Netfilter-nf_tables-Subsystem sowie dem Intel-i801-SMBus-Treiber und können zu Rechteausweitung, Denial-of-Service oder Informationslecks führen. Für Trixie ist das Problem in Kernel-Version 6.12.101 behoben. Ein Upgrade mit anschließendem Neustart bringt das System auf den sicheren Stand.
